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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

Urlaub am Bauernhof

Bauernhofurlaub: Welche Unterkunftsart passt zu wem?

Wer mit Kindern, Gepäck, Regenjacken und dem festen Vorsatz anreist, endlich einmal nicht auf einen Bildschirm zu starren, braucht mehr als eine hübsche Hofbeschreibung. Entscheidend ist die Frage: Was passiert hier tatsächlich vor der Haustür?

Bauernhofurlaub: Welche Unterkunftsart passt zu wem?

Läuten morgens die Milchkannen, beginnt hinter dem Garten ein Wanderweg, steht ein Pony zum Putzen bereit – oder wartet vor allem eine sehr gut ausgestattete Ferienwohnung in ländlicher Lage?

Die Varianten für Urlaub am Bauernhof in Österreich sind erfreulich vielfältig. Genau das macht die Auswahl aber manchmal unübersichtlich. Ein aktiver Bio-Bauernhof kann für eine Familie mit Stall-begeisterten Volksschulkindern ein Volltreffer sein und für zwei Menschen, die nach einer lauten Arbeitswoche ausschlafen möchten, schlicht zu lebendig. Umgekehrt ist ein ruhiger Landhof kein „Bauernhof zweiter Klasse“, sondern oft die passende Adresse für alle, die Landschaft, Platz und regionale Atmosphäre suchen – ohne dass um sechs Uhr der Traktor am Fenster vorbeifährt.

Für die Ferienwohnung am Land in Österreich zählt deshalb nicht nur die Lage auf der Karte. Schauen wir genauer hin: auf Hofarten, Blumen-Kategorien und die kleinen Alltagsdetails, die darüber entscheiden, ob aus der Auszeit wirklich Erholung wird.

Aktiver Bauernhof, Landhof, Winzerhof, Almhütte: Was die Begriffe im Urlaub bedeuten

Unter dem Dach von „Urlaub am Bauernhof“ werden in Österreich fünf grundlegende Unterkunftsarten unterschieden. Sie sehen auf den ersten Blick ähnlich aus – viel Holz, Wiesen, Bergblick –, bieten aber einen sehr unterschiedlichen Tagesrhythmus.

Der klassische Bauernhof: mittendrin statt nur daneben

Auf einem klassischen Bauernhof wird Landwirtschaft aktiv betrieben. Das können Milchkühe, Mutterkühe, Schweine, Hühner, Ziegen, Obstbau oder Ackerwirtschaft sein. Für Gäste bedeutet das: Der Hof ist kein Dekor, sondern Arbeitsplatz und Lebensort zugleich.

Gerade Kinder erleben hier Dinge, die im Stadtalltag nicht vorkommen: Eier aus dem Nest holen, Kälber mit Abstand beobachten, beim Füttern helfen oder sehen, warum ein Stall nicht nach Duftkerze riecht. Das ist wunderbar – solange Eltern den Rhythmus nicht romantisieren. Stallarbeit folgt dem Tier, nicht dem Ferienkalender. Wer ausschlafen möchte, sollte keine Unterkunft direkt über dem Wirtschaftstrakt wählen. Wer mit Kleinkind anreist, fragt am besten vorab nach abgesperrten Hofbereichen, der Entfernung von Einfahrt und Maschinenhalle sowie nach einem wirklich sicheren Spielplatz.

Ein aktiver Hof passt besonders gut zu:

  • Familien, deren Kinder Tiere nicht nur auf Prospekten anschauen wollen;
  • Gästen, die Interesse an Lebensmitteln, Landwirtschaft und dem Jahreslauf haben;
  • Menschen, die einen belebten Hof als Teil der Erfahrung sehen;
  • Urlaubern, die ein Frühstück mit Eiern, Milchprodukten oder Hofladen-Angebot schätzen.

Weniger ideal ist er für sehr lärmempfindliche Gäste oder für Familien, die kleine Kinder jederzeit frei und unbeaufsichtigt über große Flächen laufen lassen möchten. Ein Bauernhof ist kein eingezäunter Ferienpark – und genau darin liegt sein Reiz, aber auch seine Verantwortung.

Ein guter Hofurlaub fühlt sich nicht wie Kulisse an. Man merkt, dass hier gearbeitet, gegessen, gelacht und manchmal auch früh aufgestanden wird.

Der Landhof: ländlich wohnen, ohne Betriebsalltag

Der Landhof wird häufig missverstanden. Es handelt sich um einen ehemaligen oder nicht mehr aktiv bewirtschafteten Bauernhof, einen Zweithof oder Landsitz mit ländlichem Ambiente. Tiere und Stallarbeit sind hier also keineswegs selbstverständlich.

Für viele Reisende ist das gerade die richtige Mischung. Sie wohnen in einem alten Vierkanthof, einer renovierten Hofstelle oder einem großzügigen Haus mit Garten, haben Platz für Fahrräder, Gummistiefel und Familienfrühstück – aber keinen landwirtschaftlichen Betrieb direkt unter dem Schlafzimmerfenster. Besonders bei einer Ferienwohnung am Land in Österreich kann das ein großer Vorteil sein: Die Räume sind oft großzügiger als im Hotel, Selbstversorgung funktioniert unkompliziert, und die Kinder können im Garten spielen, während Erwachsene wirklich einmal sitzen bleiben.

Der Landhof eignet sich gut für Mehrgenerationenreisen, Paare mit Hund, Freundesgruppen und Familien, die Landluft mögen, aber keinen verbindlichen Hofalltag suchen. Fragen Sie hier nicht allgemein nach „Tieren am Hof“, sondern konkret: Gibt es Tiere vor Ort, oder besuchen wir einen Nachbarbetrieb? Gibt es einen Spielraum bei Regen? Ist die Wohnung ebenerdig? Und wie weit ist der nächste Nahversorger entfernt? Drei Kilometer wirken auf einer Wanderkarte klein, sind aber mit müden Kindern, fehlendem Auto oder einem leeren Frühstückskorb eine andere Geschichte.

Der Winzerhof: Genussurlaub mit Arbeitsrhythmus der Reben

Ein Winzerhof ist ein aktiver bäuerlicher Betrieb mit Weinbau; für diese Einordnung gehört eine bewirtschaftete Rebfläche von mindestens 0,5 Hektar dazu. Er ist vor allem in Weinregionen zu Hause und bringt eine andere Form von Agritourismus mit: weniger Stall, mehr Keller, Weingarten und saisonale Arbeit.

Das passt ausgezeichnet zu Paaren, kleinen Freundesgruppen und allen, die regionale Küche und Wein nicht als Rahmenprogramm, sondern als Zugang zur Landschaft verstehen. Während der Lese kann es auf einem Winzerhof geschäftig werden, außerhalb davon oft angenehm ruhig. Familien sind keineswegs ausgeschlossen, aber der typische Spiel- und Tierfokus eines Kinderbauernhofs ist hier nicht automatisch gegeben.

Wer eine Unterkunft dieser Art bucht, sollte nicht nur auf Verkostungen schauen. Praktisch sind Fragen nach Spazierwegen direkt ab Hof, einem schattigen Außenplatz im Sommer, Kühlschrankgröße in der Ferienwohnung und einer unkomplizierten Heimreise nach einer Weinprobe. Der Fahrer oder die Fahrerin soll schließlich nicht den ganzen Abend Wasser trinken müssen, nur weil die Rückfahrt zur Unterkunft kompliziert organisiert ist.

Die Almhütte: Naturerlebnis, das Vorbereitung verlangt

Almhütten reichen von einfachen, traditionellen Gebäuden bis zu sehr komfortabel ausgebauten ehemaligen Bergbauernhöfen. Österreichweit gibt es über 500 qualitätsgeprüfte Almhütten – doch „Alm“ sagt zunächst einmal mehr über die Lage und Atmosphäre als über den Ausstattungsstandard aus.

Eine Hütte in den Bergen ist ideal für Menschen, die morgens direkt loswandern möchten, den Lärmpegel deutlich herunterfahren wollen und es mögen, wenn der Abend mit Holzofen, Karten- oder Brettspiel und einem dunklen Sternenhimmel endet. Für einen Familienurlaub in den Bergen kann sie großartig sein, sofern Anfahrt, Gelände und Ausstattung zum Alter der Kinder passen.

Die romantische Hütte wird dann anstrengend, wenn die Realität erst vor Ort sichtbar wird: steile Zufahrt, kein Handyempfang, Wasser nur begrenzt verfügbar, Lebensmittel nicht in fünf Minuten erreichbar. Das muss kein Gegenargument sein. Aber es verändert die Packliste erheblich: warme Schichten im Hochsommer, Stirnlampen, ausreichend Vorräte, Matschhosen und Schuhe mit Profil gehören eher ins Auto als das dritte Paar Sandalen.

Außergewöhnliche Unterkünfte: Glamping, Jurte und Erdhaus

Zu den Agritourismus-Unterkunftsarten zählen auch ungewöhnliche Formen wie Jurten oder Erdhäuser. Sie sprechen Gäste an, die Naturerlebnis und Übernachtung bewusst verbinden möchten – ohne gleich im Zelt auf einer dünnen Isomatte zu liegen.

Beim Vergleich „Bio-Bauernhof oder Glamping?“ geht es daher nicht um besser oder schlechter, sondern um die Art der Nähe. Ein Bio-Hof öffnet oft den Blick auf Landwirtschaft, Tiere und regionale Lebensmittel. Glamping rückt das Wohnen selbst in den Mittelpunkt: das runde Dach über dem Bett, der Blick in die Wiese, vielleicht eine Feuerstelle vor der Tür. Mit Kindern kann das herrlich sein – sofern Bad, Heizung und Schlafsituation mitgedacht sind. Ein kleines Kind, das nachts über einen dunklen Weg zur Sanitäranlage muss, findet das Abenteuer meist nur am ersten Abend aufregend.

Die Blumen helfen – ersetzen aber den genauen Blick nicht

Bei qualitätsgeprüften Betrieben zeigt das Blumen-System, welches Niveau bei Ausstattung und Ambiente zu erwarten ist. Es ist eine eigene Klassifizierung für Urlaub am Bauernhof und nicht mit Hotelsternen gleichzusetzen. Für die Buchung ist das eine nützliche erste Orientierung, aber keine Abkürzung um die Detailfragen.

Blumen-KategorieWofür sie stehtFür wen sie oft gut passt
2 BlumenEinfach und gemütlich, zweckmäßige AusstattungGäste, die viel draußen sind und unkompliziert wohnen möchten
3 BlumenKomfortabel und einladend, ländlicher CharmeFamilien und Paare, die eine solide, angenehme Basis suchen
4 BlumenHochwertig und stilvoll ausgestattetReisende mit höherem Komfortanspruch, auch für längere Aufenthalte
5 BlumenExklusiv und außergewöhnlichGäste, die besondere Architektur, Privatsphäre und sehr hohen Wohnkomfort wünschen

Eine hohe Blumen-Zahl kann wunderbar sein, wenn Sie im Urlaub Wert auf ein großzügiges Bad, gute Betten, schöne Materialien oder eine private Sauna legen. Sie sagt aber nicht automatisch, dass der Hof für Ihre konkrete Gruppe besser passt. Drei Blumen mit Spielscheune, Waschmaschine, Fliegengittern und einem überdachten Platz für nasse Schuhe können für eine Familie mit zwei kleinen Kindern praktischer sein als fünf Blumen mit Designmöbeln und einer steilen Innentreppe.

Ich würde die Blumen daher immer zusammen mit diesen Fragen lesen:

  • Wie viele echte Schlafplätze gibt es – und wo stehen die Zusatzbetten?
  • Gibt es einen separaten Wohnraum, wenn Kinder früher schlafen als die Erwachsenen?
  • Wie funktioniert die WLAN-Ausleuchtung in der Wohnung, nicht nur im Innenhof?
  • Stehen Hochstuhl, Gitterbett, Wickelmöglichkeit und Tritthocker tatsächlich bereit oder nur auf Anfrage?
  • Gibt es bei Regen einen warmen Aufenthaltsraum, in dem niemand auf Zehenspitzen flüstern muss?
  • Ist die Küche für Selbstversorgung gedacht oder eher eine Teeküche für kleine Mahlzeiten?

Gerade bei längeren Ferien entscheidet nicht die schönste Fotoperspektive, sondern ob nasse Kleidung trocknet, ob das WLAN für eine kurze Arbeitseinheit reicht und ob morgens fünf Menschen gleichzeitig frühstücken können, ohne dass jemand auf dem Koffer sitzt.

Spezialisierte Höfe: Die richtige Zusage für den eigenen Urlaub

Neben der Hofart prägt die Spezialisierung den Aufenthalt oft stärker als die Anzahl der Blumen. Biohöfe, Kinderbauernhöfe, Reiterhöfe und barrierefreie Angebote setzen verschiedene Schwerpunkte. Wer sie passend auswählt, spart sich vor Ort viele Kompromisse.

Biohof: für Gäste, die wissen möchten, woher das Essen kommt

Ein Bio-Bauernhof verbindet Übernachtung mit zertifizierter biologischer Landwirtschaft. Das heißt nicht, dass jeder Tag ein pädagogisches Programm sein muss. Es bedeutet vor allem, dass die Bewirtschaftung nach biologischen Standards erfolgt und regionale Lebensmittel häufig sehr präsent sind: beim Frühstück, im Hofladen, beim Gemüse aus dem Garten oder im Gespräch über Heu, Weide und Jahreszeiten.

Für Familien ist ein Biohof besonders schön, wenn Kinder ohne Belehrung erleben dürfen, dass Milch, Eier und Gemüse einen Ursprung haben. Für gestresste Städter liegt der Gewinn oft anderswo: im nachvollziehbaren Rhythmus eines Betriebs, in gutem Essen und darin, dass der Urlaub nicht künstlich auf „Natur“ getrimmt werden muss.

Kinderbauernhof: nicht nur Tiere, sondern ein entspannter Tagesablauf

Ein Kinderbauernhof sollte mehr bieten als ein Kaninchengehege für das Titelbild. Wirklich hilfreich sind Kleinkindausstattung, altersgerechte Spielbereiche, sichere Wege, ein Raum für Schlechtwettertage und Gastgeber, die wissen, dass ein Familienfrühstück selten geschniegelt und pünktlich beginnt.

Achten Sie auf die Altersgruppe Ihrer Kinder. Für ein krabbelndes Kind sind Stufen, Kieswege und offene Wasserstellen wichtiger als eine lange Liste an Freizeitangeboten. Für Schulkinder zählen eher Mithilfe am Hof, Platz zum Toben, Tiere mit Kontaktmöglichkeit und ein Ausflugsziel, das nicht erst nach einer Stunde Autofahrt beginnt. Teenager brauchen oft überraschend wenig Animation, aber verlässliches WLAN und einen Ort, an dem sie nicht mitten im Familienbetrieb sitzen müssen.

Reiterhof: nur dann buchen, wenn Pferde wirklich im Mittelpunkt stehen

Auf einem Reiterhof gehören Reitunterricht und Pferdepflege zum Angebot. Wer ein reitbegeistertes Kind dabeihat, kennt den Unterschied: Ein Pferd auf der Weide ist nett, ein Stall mit festen Zeiten, passenden Ponys und sachkundiger Begleitung macht aus dem Urlaub eine echte Reitwoche.

Fragen Sie vor der Buchung nach Alter, Vorerfahrung, Ausrüstung und Gruppengröße. Reitstunden müssen in den Familientag passen – besonders dann, wenn ein Elternteil mit jüngeren Geschwistern parallel beschäftigt ist. Auch die Frage, ob Pflegeangebote oder nur Reitstunden möglich sind, klärt Erwartungen. Nicht jedes Kind möchte gleich angallopieren; manche sind nach einer halben Stunde Striegeln und Führen vollkommen glücklich.

Barrierefreier Hof: konkrete Wege zählen mehr als ein allgemeines Etikett

Bei barrierefreien Höfen geht es um die tatsächliche Nutzbarkeit: stufenloser Zugang, Bewegungsflächen, Bad, Parkplatz, Wege zum Aufenthaltsbereich und gegebenenfalls Hilfen im Alltag. Ein pauschales „geeignet“ genügt nicht, denn Bedürfnisse unterscheiden sich stark.

Hier lohnt sich das direkte Gespräch besonders. Wie breit sind Türen? Gibt es eine bodengleiche Dusche? Ist der Weg vom Parkplatz zur Unterkunft befestigt? Kann ein Rollstuhl auf Terrasse, in den Frühstücksraum und zu den zentralen Hofbereichen? Diese Fragen sind nicht kleinlich, sondern die Grundlage dafür, dass der Urlaub nicht bei der Anreise endet.

Die beste Unterkunft ist nicht die mit den meisten Versprechen, sondern die, deren Alltag zu Ihrem Alltag passt – auch bei Regen, Müdigkeit und einem vollen Kofferraum.

Oberösterreich: Warum der Hofurlaub hier mehr ist als ein Wochenendprodukt

In Oberösterreich hat bäuerliche Gästebeherbergung eine lange Tradition. Der Landesverband Urlaub am Bauernhof Oberösterreich wurde 1976 gegründet und feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen. Aktuell gehören ihm 237 aktive Mitgliedsbetriebe an. Dahinter steckt weit mehr als ein hübsches Angebot für Wochenendgäste.

Für viele Höfe ist Tourismus ein tragender Betriebszweig: Rund ein Drittel des landwirtschaftlichen Einkommens wird in Oberösterreich über Urlaub am Bauernhof erwirtschaftet. Die regionale Wertschöpfung liegt jährlich bei 35 bis 45 Millionen Euro; rund 1.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum werden damit gesichert. Im Jahr 2024 wurden allein über Online-Buchungen in Oberösterreich 3,8 Millionen Euro Umsatz erfasst.

Für uns als Gäste wird diese Zahl dann greifbar, wenn wir nicht nur irgendwo „am Land“ übernachten. Wir kaufen das Brot im Ort, besuchen das Freibad, nehmen den Ausflugstipp der Gastgeber ernst, essen im Gasthaus und buchen vielleicht den Käsekorb oder die Hofführung. Sanfter Tourismus bedeutet nicht, auf Komfort zu verzichten. Er bedeutet, dass der Aufenthalt den Ort mitträgt, statt ihn nur als Kulisse zu verbrauchen.

Gerade Oberösterreich kann dabei sehr unterschiedliche Urlaubstage anbieten: Seen und sanfte Hügel im Salzkammergut, landwirtschaftlich geprägte Regionen im Zentralraum, Wander- und Naturerlebnisse Richtung Kalkalpen oder Mühlviertler Weite. Die passende Unterkunft setzt den Ton. Eine Almhütte verlangt mehr Eigenorganisation, eine Ferienwohnung auf dem Familienhof hält den Tag flexibel, ein Landhof gibt Ruhe und Platz, ein Biohof bringt den Betrieb näher.

Die Auswahl in fünf praktischen Entscheidungen

Wenn die Suche nach dem passenden Hof zu breit wird, hilft es, nicht mit Fotos zu beginnen, sondern mit dem eigenen Tagesablauf. Diese fünf Entscheidungen führen meist schneller zur richtigen Unterkunft als zehn offene Browser-Tabs.

1. Wie viel Hofleben möchten Sie wirklich?

Wollen die Kinder morgens in den Stall, wählen Sie einen aktiven Bauernhof oder Kinderbauernhof. Möchten Sie vor allem ruhig wohnen und Ausflüge machen, ist ein Landhof oft stimmiger. Fragen Sie nicht nur nach Tieren, sondern nach Kontaktmöglichkeiten und festen Zeiten.

2. Brauchen Sie Selbstversorgung oder möchten Sie versorgt werden?

Für Familien mit Allergien, Babybrei oder einem wechselhaften Tagesrhythmus ist eine gut eingerichtete Küche Gold wert. Paare können mit Frühstück und Gasthaus-Empfehlungen entspannter unterwegs sein. Schauen Sie auf Kühlschrank, Gefrierfach, Spülmaschine und Einkaufsmöglichkeiten, nicht nur auf die Zahl der Kochplatten.

3. Wie mobil sind Sie vor Ort?

Bei einer abgelegenen Almhütte ist ein Auto meist Teil des Konzepts. Wer mit Bahn anreist oder das Auto stehen lassen will, braucht einen Hof mit Abholmöglichkeit, Nahversorgung, Wanderwegen oder Busanschluss in erreichbarer Nähe. Auch ein Kinderwagen fährt nicht überall so leicht, wie es der Wiesenblick vermuten lässt.

4. Wie robust ist Ihre Reisegruppe?

Mit Wanderschuhen, größeren Kindern und Lust auf Selbstorganisation kann eine Hütte wunderbar sein. Mit Baby, eingeschränkter Mobilität oder einem Kind, das bei jedem Wetterwechsel schlecht schläft, sind kurze Wege, Heizung, Waschmaschine und ein Innenbereich deutlich wichtiger als Einsamkeit.

5. Was soll nach einer Woche in Erinnerung bleiben?

Soll es der erste Galopp sein, die gemeinsame Stallrunde, das Frühstück mit Blick auf die Weide, die Wanderung direkt ab Haustür oder einfach das Gefühl sein, endlich nicht jeden Tag planen zu müssen? Daraus ergibt sich die Hofart erstaunlich klar.

Nicht die spektakulärste Unterkunft gewinnt, sondern die passende

Urlaub am Bauernhof in Österreich kann vieles sein: Arbeitsalltag zum Miterleben, stille Tage in einer Ferienwohnung, Genuss zwischen Weingärten, eine Woche mit Pferden oder ein Rückzug in die Berge. Die Vielfalt ist keine Schwäche des Angebots, sondern seine größte Stärke – wenn wir sie nicht über einen Kamm scheren.

Für Familien lohnt sich meist ein Hof, der den Alltag leichter macht: sichere Wege, ehrliche Informationen zu Tieren und Spielmöglichkeiten, Platz für nasse Kleidung und Gastgeber, die wissen, dass Ferien nicht nach Stundenplan funktionieren. Für Paare und gestresste Städter darf es ruhiger sein: ein Landhof, ein Biohof mit gutem Frühstück oder eine Almhütte, sofern Anfahrt und Ausstattung nicht mehr Energie kosten, als die Aussicht zurückgibt.

Die richtige Unterkunft erkennt man letztlich nicht an der schönsten Scheune im Bild, sondern an den konkreten Antworten: Wo schlafen wir? Was hören wir morgens? Was tun wir bei Regen? Wie weit ist der nächste Einkauf? Und können wir hier so Urlaub machen, wie wir tatsächlich reisen – nicht wie wir es uns in einem besonders optimistischen Moment vorgestellt haben?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem aktiven Bauernhof und einem Landhof?
Auf einem aktiven Bauernhof wird Landwirtschaft betrieben, was bedeutet, dass Tiere und Arbeitsabläufe den Tagesrhythmus prägen. Ein Landhof hingegen ist ein ehemaliger oder nicht mehr bewirtschafteter Hof, der ländliches Ambiente bietet, ohne dass ein landwirtschaftlicher Betrieb direkt vor Ort stattfindet.
Worauf sollten Familien bei der Buchung eines Bauernhofurlaubs besonders achten?
Familien sollten vorab klären, ob es abgesperrte Hofbereiche, sichere Spielplätze und eine altersgerechte Kleinkindausstattung gibt. Zudem ist es wichtig zu prüfen, ob die Unterkunft bei Regen genügend Platz bietet und ob die Wege für Kinderwagen oder kleine Kinder sicher sind.
Was bedeutet die Blumen-Klassifizierung bei Urlaub am Bauernhof?
Das Blumen-System klassifiziert die Qualität von Ausstattung und Ambiente in fünf Stufen, wobei zwei Blumen für eine einfache, zweckmäßige Unterkunft stehen und fünf Blumen exklusiven Wohnkomfort kennzeichnen. Es ist jedoch keine direkte Entsprechung zu Hotelsternen und sollte immer in Verbindung mit den persönlichen Anforderungen an die Ausstattung gelesen werden.
Ist eine Almhütte für Familien mit kleinen Kindern geeignet?
Eine Almhütte kann für Familien großartig sein, erfordert aber eine gute Vorbereitung hinsichtlich Anfahrt, Gelände und Ausstattung. Eltern sollten prüfen, ob die Hütte über eine Heizung, ausreichend Wasser und eine sichere Umgebung verfügt, da die Abgeschiedenheit bei schlechtem Wetter oder fehlender Infrastruktur anstrengend sein kann.
Worauf sollte man bei der Buchung eines Reiterhofs achten?
Interessierte sollten vorab klären, ob Reitunterricht und Pferdepflege altersgerecht angeboten werden und wie die Gruppengröße aussieht. Es ist wichtig zu wissen, ob das Angebot nur aus Reitstunden besteht oder ob auch Pflegeangebote möglich sind, um die Erwartungen der Kinder zu erfüllen.