Kultur am Biohof: Wie der Luftensteiner Hof in Pabneukirchen neue Wege geht
Der Verein „Zirkushof – kulturelle Bildung am Bauernhof" veranstaltete am Biohof Luftensteiner in Pabneukirchen eine Lesung mit Andreas Wurm aus Allerheiligen.

Kultur als Standbein: Wie ein Biohof in Pabneukirchen zum regionalen Veranstaltungsort wird
Im Zirkuszelt las der Autor aus seinem Buch „Damals unterm Mond oder Vom Hirten", begleitet vom Duo Farruco mit Klezmermusik. Die Kombination aus Literatur, Live-Musik und regionalen Produkten aus der Hofkäserei zeigt, wie ein Biohof sein Angebot über die klassische Landwirtschaft hinaus strategisch erweitert.
Vom Hirten zum Erzähler: Was das Buch mit der Region verbindet
Andreas Wurm verbrachte acht Sommer auf einer Alm im Lechtal – ohne Handyempfang, mit Schafen und traditionellen Wirtschaftsweisen. Sein Buch erzählt von dieser Arbeit und davon, wie Hirten bis heute die Kulturlandschaft prägen. Für ein Publikum, das sich für nachhaltige Landwirtschaft interessiert, ist das mehr als Unterhaltung: Es ist ein direkter Einblick in Bewirtschaftungsformen, die auch in Oberösterreich relevant sind. Wurm arbeitet heute im Sozialbereich – die Almerfahrung bezeichnet er als prägend.
Hofkäserei trifft Klezmer: Das wirtschaftliche Kalkül dahinter
Zur Lesung gab es Käse aus der Hofkäserei des Biohof Luftensteiner sowie Cidre vom Kürnsteiner Hof in Rechberg. Das ist kein Zufall, sondern Teil eines Geschäftsmodells: Biohöfe, die Veranstaltungen mit regionalen Produkten verknüpfen, erschließen Zusatzumsätze jenseits der Direktvermarktung. Der Eintritt war frei – finanziert wurde die Veranstaltung von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, organisiert in Kooperation mit La Via Campesina, der österreichischen Berg- und Kleinbäuerinnen-Vereinigung. Für Höfe, die über eine Event-Location verfügen, ist dieses Modell kopierbar: Kulturprogramm zieht Publikum, Hofprodukte generieren Umsatz, Sponsoring deckt das Grundrisiko.
Was Betriebsleiter prüfen sollten
Wer ein ähnliches Konzept plant, muss drei Fragen beantworten: Erstens – ist die Infrastruktur vorhanden? Ein Zelt, sanitäre Anlagen, Stellplätze. Zweitens – gibt es genug regionale Partner, um das Gastronomieangebot aufzufüllen, ohne eigene Kapazitäten zu überlasten? Drittens – wer übernimmt die Programmplanung? Der Zirkushof-Verein fungiert hier als professioneller Intermediär zwischen Kulturschaffenden und Landwirten. Ohne diese Struktur bleibt es bei einzelnen Events ohne nachhaltige Wirkung auf den Betrieb.