Feichtaualm: Bodinggraben oder Brunnbach als Aufstieg
Wer zur Feichtaualm wandern möchte, sollte den Ausgangspunkt nicht nach der Entfernung auf der Landkarte auswählen. Zwischen Bodinggraben und Brunnbach liegt nämlich kein einfacher Vergleich zweier gleichwertiger Zustiege.

Der Bodinggraben ist der klassische und direkte Startpunkt zur Feichtaualm. Brunnbach in Großraming führt dagegen vor allem in andere Bereiche des Reichraminger Hintergebirges – etwa zur Anlaufalm oder zur Gschwendtalm.
Das klingt nach einem kleinen Unterschied, wird in der Tourenplanung aber schnell zum entscheidenden Detail. Wer mit ausgeschalteter Navigation, knapper Tageszeit oder einer Familie mit jüngeren Kindern unterwegs ist, möchte nicht erst vor Ort feststellen, dass der vermeintliche Alternativweg gar kein kurzer Feichtaualm-Aufstieg ist. Dazu kommen beim Bodinggraben feste Zufahrtszeiten, ein kräftiger Höhenunterschied und eine Hütte, die im Winter vollständig gesperrt ist.
Der Bodinggraben als klassisches Tor zur Feichtaualm
Die Wanderung zur Feichtaualm beginnt im Nationalpark Kalkalpen am Parkplatz Scheiblingau beziehungsweise im Bereich Bodinggraben bei Molln. Von dort führt der klassische Aufstieg über das Jagahäusl und die Blumaueralm weiter zur Feichtaualm. Unterwegs sind die markierten Wanderwege Nr. 39 und Nr. 466 maßgeblich.
Die Feichtaualm liegt auf 1.370 Metern Seehöhe. Der Weg dorthin ist also keine kurze Spazierwanderung, auch wenn der Ausgangspunkt mit dem Auto vergleichsweise weit in das Tal hineinreicht. Je nach genauer Streckenführung und Startpunkt kommen für den einfachen Aufstieg ungefähr 780 bis 870 Höhenmeter zusammen. Die Gehzeit liegt etwa zwischen 2:30 und 3:25 Stunden.
Diese Spanne ist für die Planung hilfreicher als eine einzelne, scheinbar exakte Zeitangabe. Wer mit leichtem Tagesrucksack, trockenen Wegen und gleichmäßigem Schritt unterwegs ist, wird anders unterwegs sein als eine Familie mit Pausen, ein Hund mit vielen Schnupperstellen oder eine Gruppe, die den Aufstieg bewusst langsam angeht. Auch der Unterschied zwischen Parkplatz Scheiblingau und Bodinggraben wirkt sich aus: Wenn die Zufahrt zum Bodinggraben nicht genutzt werden darf, verlängert sich der Zustieg zu Fuß um ungefähr 25 Minuten.
Der Weg über die Blumaueralm ist dabei nicht nur ein technischer Routeneintrag, sondern die sinnvollste Orientierung für alle, die zum ersten Mal in diesem Teil des Nationalparks unterwegs sind. Sie haben einen klaren Ausgangspunkt, eine bekannte Wegkombination und ein realistisches Bild davon, dass der Anstieg mehrere Stunden beansprucht.
Wer die Feichtaualm als Ziel hat, startet normalerweise im Bodinggraben – nicht in Brunnbach. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage des richtigen Talzugangs.
Die Zufahrt zum Bodinggraben: Das Zeitfenster entscheidet
Die wichtigste organisatorische Besonderheit liegt nicht auf dem Wanderweg, sondern davor. Für das Wegstück vom Parkplatz Scheiblingau bis zum Parkplatz Bodinggraben gilt eine Zufahrtsregelung für Pkw.
Die Einfahrt ist nur zwischen 6:00 und 9:00 Uhr gestattet. Für die Rückfahrt gilt das Zeitfenster von 15:00 bis 18:00 Uhr. Wer außerhalb dieser Zeiten ankommt, muss in Scheiblingau parken und den zusätzlichen Fußweg einplanen. Dieser beträgt ungefähr 25 Minuten pro Strecke.
Das verändert den Tagesablauf spürbar. Eine Anreise kurz nach neun Uhr bedeutet nicht, dass man einfach bis zum Bodinggraben weiterfahren kann. Umgekehrt sollte eine Tour zur Feichtaualm so geplant werden, dass die Rückkehr zum Fahrzeug beziehungsweise die Ausfahrt in das erlaubte Nachmittagsfenster fällt.
Für einen normalen Tagesausflug ergibt sich daraus eine recht klare Planung:
1. Früh genug in Scheiblingau oder am vorgesehenen Zufahrtsbereich ankommen.
Wer den Parkplatz Bodinggraben nutzen möchte, muss die Einfahrt zwischen 6:00 und 9:00 Uhr erreichen. Spätere Anreise bedeutet einen zusätzlichen Fußweg.
2. Die Aufstiegszeit nicht zu knapp kalkulieren.
Für den Weg zur Feichtaualm sind ungefähr 2:30 bis 3:25 Stunden vorgesehen. Dazu kommen Pausen, Orientierung, Fotostopps und der Aufenthalt auf der Alm.
3. Den Rückweg und die Ausfahrt gemeinsam denken.
Zwischen 15:00 und 18:00 Uhr ist die Ausfahrt möglich. Eine Tour, die erst am späten Vormittag startet, lässt dafür wenig Spielraum.
4. Bei unsicherem Wetter nicht nur auf die reine Gehzeit schauen.
Nasse Wege, aufgeweichte Passagen und längere Pausen können aus einem gut planbaren Aufstieg einen deutlich späteren Rückweg machen.
Gerade für Familien mit Kindern ist das relevant. Ein Kind, das beim Hinweg noch motiviert läuft, braucht beim Rückweg vielleicht mehr Pausen. Dazu kommen Matschhosen, feuchte Schuhe und die berühmte letzte halbe Stunde, in der der Parkplatz gefühlt nicht näher kommt. Wer die Zufahrtsregelung ignoriert, nimmt sich genau den Puffer, der am Ende des Tages angenehm wäre.
Der Weg über Blumaueralm: Höhenmeter statt Kilometer zählen
Bei der Feichtaualm-Wanderung vom Bodinggraben ist die Streckenlänge allein kein besonders guter Maßstab. Als Richtwert werden rund 9,4 Kilometer genannt, abhängig von der gewählten beziehungsweise zugrunde gelegten Strecke. Entscheidender für die Kondition sind jedoch die Höhenmeter: Rund 780 bis 870 Höhenmeter im Aufstieg machen aus dem Weg eine ausgewachsene Bergwanderung.
Der Verlauf über Jagahäusl und Blumaueralm gibt der Tour eine klare Abfolge. Zunächst geht es vom Ausgangspunkt in den Talbereich hinein, anschließend wird der Weg zunehmend bergiger. Die Blumaueralm ist dabei ein wichtiger Orientierungspunkt, bevor der Aufstieg über die markierten Wege Nr. 39 und Nr. 466 in Richtung Feichtaualm weiterführt.
Für die Ausrüstung bedeutet das: feste Wanderschuhe, ausreichend Getränke und eine Schicht Kleidung, die auch bei wechselnder Temperatur funktioniert. Im Tal kann es angenehm warm sein, während auf 1.370 Metern und bei einer längeren Pause deutlich kühlere Bedingungen herrschen. Eine dünne Regenjacke gehört ebenfalls in den Rucksack – nicht, weil jede Tour verregnet sein muss, sondern weil ein langer Abstieg mit nasser Kleidung unnötig unangenehm wird.
Die Feichtaualm eignet sich nicht als Ziel, das man spontan aus einer kurzen Talwanderung heraus verlängert. Dafür ist der Höhenunterschied zu groß. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte vorher ehrlich einschätzen, ob drei Stunden Aufstieg mit Pausen realistisch sind. Ein früher Start hilft, ersetzt aber keine passende Tourenwahl.
Was unterwegs praktisch wird
Auf einer längeren Bergwanderung sind es oft die kleinen Dinge, die den Unterschied machen:
- Getränke: Auf dem Aufstieg sollte die eigene Versorgung eingeplant werden. Eine kurze Wanderung mit Einkehrmöglichkeit ist die Strecke nicht.
- Schuhe: Der Weg führt nicht über einen ebenen Spazierweg. Schuhe mit griffiger Sohle geben auf unruhigem oder feuchtem Untergrund deutlich mehr Sicherheit.
- Kleidung: Eine zusätzliche Schicht für die Pause auf der Alm wiegt weniger als das Frieren nach dem Aufstieg.
- Proviant: Auch wenn das Ziel eine Hütte ist, sollte die Verpflegung für den Weg nicht von einer Öffnung oder Bewirtung abhängig gemacht werden.
- Zeitreserve: Die angegebenen 2:30 bis 3:25 Stunden gelten für den einfachen Aufstieg. Der Rückweg, Pausen und der Weg vom Parkplatz Scheiblingau kommen gegebenenfalls noch dazu.
- Mobiltelefon: Die Route sollte vor dem Start gespeichert oder anderweitig vorbereitet werden. In einem alpinen Gebiet ist eine durchgehende WLAN-Ausleuchtung selbstverständlich kein Planungsinstrument.
Bodinggraben oder Brunnbach: Die beiden Ausgangspunkte im Vergleich
Die Frage „Feichtaualm Wanderung: Bodinggraben oder Brunnbach?“ klingt zunächst nach einem Vergleich zweier möglicher Routen. Tatsächlich führen die beiden Ausgangspunkte in unterschiedliche Wanderbereiche.
Der Bodinggraben bei Molln ist der direkte klassische Zugang zur Feichtaualm. Brunnbach gehört zu Großraming und dient vor allem als Ausgangspunkt für Ziele im Reichraminger Hintergebirge. Von dort erreicht man beispielsweise die Anlaufalm in ungefähr 1:45 Stunden Gehzeit oder die Gschwendtalm. Das sind eigenständige, lohnende Ziele – aber keine gleichwertige Abkürzung zur Feichtaualm.
| Merkmal | Bodinggraben | Brunnbach |
|---|---|---|
| Lage | Bei Molln, Zugang zum Nationalpark Kalkalpen | Ortsteil von Großraming im Reichraminger Hintergebirge |
| Eignung für die Feichtaualm | Klassischer direkter Ausgangspunkt | Kein direkter Standardaufstieg |
| Typische Ziele | Feichtaualm über Blumaueralm | Anlaufalm, Gschwendtalm und weitere Bereiche des Hintergebirges |
| Zeitplanung | Rund 2:30 bis 3:25 Stunden für den einfachen Aufstieg zur Feichtaualm | Nicht als kurze Feichtaualm-Route einplanen |
| Zufahrtsregelung | Einfahrt 6:00–9:00 Uhr, Ausfahrt 15:00–18:00 Uhr | Für den direkten Feichtaualm-Aufstieg nicht die maßgebliche Zufahrt |
| Höhenprofil | Rund 780 bis 870 Höhenmeter bis zur Feichtaualm | Je nach Ziel und Route unterschiedlich |
| Beste Wahl, wenn … | die Feichtaualm das konkrete Tagesziel ist | eine Tour im Reichraminger Hintergebirge geplant wird |
Diese Unterscheidung bewahrt vor einem der häufigsten Planungsfehler: Ein Ort im selben größeren Naturraum wird automatisch als alternativer Einstieg zum gewünschten Gipfel oder zur gewünschten Alm verstanden. Im Reichraminger Hintergebirge liegen die Ziele jedoch nicht wie Stationen an einer einzigen, beliebig anfahrbaren Wanderlinie.
Wenn Sie gezielt zur Feichtaualm möchten, führt die praktische Entscheidung daher zum Bodinggraben. Wenn Sie hingegen eine Wanderung ab Brunnbach planen, sollten Sie die Route auch als Tour im Hintergebirge betrachten – nicht als Umweg, der nebenbei zur Feichtaualm führt.
Wann Brunnbach die bessere Wahl ist
Brunnbach ist nicht die falsche Wahl. Es ist nur die falsche Wahl für ein bestimmtes Ziel.
Wer eine Tour zur Anlaufalm sucht, findet in Brunnbach einen passenden Ausgangspunkt. Die Anlaufalm ist von dort mit ungefähr 1:45 Stunden Gehzeit erreichbar. Auch die Gschwendtalm gehört zu den naheliegenden Zielen dieses Bereichs. Für Wandernde, die verschiedene Landschaften des Reichraminger Hintergebirges kennenlernen möchten, kann Brunnbach deshalb sehr attraktiv sein.
Der Charakter der Planung ist dort ein anderer. Sie fahren nicht an, um eine konkrete Feichtaualm-Route zu beginnen, sondern wählen eine eigene Wanderregion mit eigenen Wegen, Entfernungen und Höhenprofilen. Das kann sogar die angenehmere Lösung sein, wenn Sie mit Kindern eine kürzere oder besser passende Tour suchen. Ein Ziel, das nach knapp zwei Stunden erreicht wird, lässt sich im Familienalltag oft entspannter bewältigen als ein Aufstieg mit bis zu drei Stunden Gehzeit und anschließendem Rückweg.
Für gestresste Städter gilt dasselbe. Die schönste Route ist nicht automatisch die mit dem bekanntesten Namen. Wenn die Anreise nach Großraming besser in den Tag passt und Sie eine Wanderung zur Anlaufalm geplant haben, ist Brunnbach eine stimmige Entscheidung. Nur sollte am Ende auch dieses Ziel auf der Karte stehen.
Die wichtigsten Fehlannahmen
Bei der Auswahl zwischen den beiden Ausgangspunkten tauchen immer wieder ähnliche Denkfehler auf:
1. Gleiche Region bedeutet gleicher Zugang.
Bodinggraben und Brunnbach liegen beide im weiteren Naturraum der Kalkalpen beziehungsweise des Hintergebirges. Daraus folgt aber keine direkte Verbindung zur Feichtaualm.
2. Eine längere Route ist automatisch eine alternative Route.
Ein sehr langer Weg von Brunnbach in Richtung Feichtaualm wäre nicht dasselbe wie der klassische Aufstieg vom Bodinggraben. Für die Tagesplanung zählt deshalb nicht nur, ob eine Verbindung theoretisch möglich ist, sondern ob sie als normale Standardwanderung sinnvoll beschrieben werden kann.
3. Der Parkplatz ist jederzeit erreichbar.
Am Bodinggraben gelten klare Zeitfenster. Wer erst nach 9:00 Uhr zufährt, muss den Fußweg ab Scheiblingau einrechnen.
4. Die Gehzeit bis zur Alm ist die gesamte Tourdauer.
Die 2:30 bis 3:25 Stunden beziehen sich auf den einfachen Aufstieg. Für den Tagesablauf kommen Rückweg, Pausen und gegebenenfalls zusätzliche Parkplatzstrecke hinzu.
5. Die Hütte ist das ganze Jahr verfügbar.
Die Feichtauhütte des Österreichischen Alpenvereins ist vom 1. November bis zum 30. April vollständig gesperrt.
Feichtauhütte auf 1.370 Metern: Übernachten mit Saisonplanung
Die Feichtauhütte ist eine Selbstversorgerhütte des Österreichischen Alpenvereins. Sie bietet 20 Matratzenlager und liegt auf der Feichtaualm in 1.370 Metern Seehöhe. Für eine Übernachtung bedeutet das: Die Hütte ist kein klassischer Gasthof, in dem man unabhängig von der eigenen Vorbereitung ankommt und automatisch eine vollständige Versorgung vorfindet.
Als Zeitraum für Öffnung beziehungsweise Reservierung gilt der Abschnitt vom 1. Mai bis zum 31. Oktober. Von 1. November bis 30. April besteht eine Totalsperre. Eine Winterwanderung mit geplanter Übernachtung in der Feichtauhütte scheidet daher aus.
Bei einer Übernachtung sollte die Planung etwas sorgfältiger ausfallen als bei einer reinen Tagestour. Die 20 Matratzenlager machen eine vorherige Organisation sinnvoll, besonders an beliebten Wochenenden und in den Ferienzeiten. Da es sich um eine Selbstversorgerhütte handelt, gehört auch die eigene Verpflegung in die Planung. Für Familien ist außerdem hilfreich, den Kindern vorab zu erklären, dass Hüttenkomfort nicht mit einem Ferienhaus gleichzusetzen ist: weniger Platz, gemeinschaftlicher Schlafbereich und ein Tagesablauf, der stark von Wetter, Weg und Mitwandernden abhängt.
Das ist kein Nachteil, solange die Erwartung stimmt. Wer Ruhe, Natur und eine einfache Nacht in den Bergen sucht, kann die Feichtauhütte als reizvolles Ziel erleben. Wer hingegen eine warme Dusche, verlässliches WLAN und flexible Essenszeiten braucht, ist mit einem Bio-Bauernhof oder Ferienhaus im Tal besser aufgehoben und plant die Feichtaualm als Tageswanderung.
Feichtaualm-Rundweg oder Aufstieg und zurück?
Der Suchbegriff „Feichtaualm Rundweg Kalkalpen“ führt leicht zu einer falschen Erwartung: als gäbe es eine kurze, eindeutig beschilderte Runde, die man ohne weitere Prüfung aus jedem nahe gelegenen Ort beginnen kann. Für die hier beschriebene Tour ist der klassische Ablauf zunächst der Aufstieg vom Bodinggraben über die Blumaueralm zur Feichtaualm und anschließend der Rückweg zum Ausgangspunkt.
Ob sich daraus eine geeignete Rundtour machen lässt, hängt von der konkret gewählten Route und den aktuellen Wegbedingungen ab. Ohne eine verlässlich geprüfte Streckenführung sollte man aus dem Wunsch nach einer Runde keine Abkürzung ableiten. Besonders bei einer Tour mit Zufahrtsfenster wäre es unklug, die Rückkehr zu knapp zu kalkulieren.
Für die meisten Tagesgäste ist die Hin-und-zurück-Variante deshalb die übersichtlichere Entscheidung. Sie kennen den Ausgangspunkt, können die Zufahrtszeiten rückwärts planen und müssen nicht mitten im Nationalpark feststellen, dass eine vermeintliche Runde deutlich länger oder schwieriger ausfällt als erwartet.
Eine einfache Zeitplanung könnte so aussehen:
- Früher Morgen: Anreise und, sofern gewünscht, Zufahrt von Scheiblingau zum Bodinggraben innerhalb des Zeitfensters.
- Vormittag: Aufstieg über Jagahäusl und Blumaueralm zur Feichtaualm.
- Mittag und früher Nachmittag: Pause auf der Alm, abhängig von Wetter, eigener Verpflegung und Hüttenbetrieb.
- Nachmittag: Abstieg zum Bodinggraben beziehungsweise nach Scheiblingau.
- Bis 18:00 Uhr: Ausfahrt aus dem Bodinggraben, sofern das Auto dort steht.
Der entscheidende Punkt ist die Rückkehr nicht erst am Ende des Tages zu betrachten. Wenn der Aufstieg bereits drei Stunden dauert und auf der Alm eine längere Pause geplant ist, bleibt für den Abstieg und mögliche Verzögerungen weniger Zeit. Bei Familien oder wechselhaftem Wetter sollte der Start daher eher großzügig als knapp gewählt werden.
Welche Variante passt zu welchem Urlaubstag?
Die Entscheidung lässt sich am einfachsten über das konkrete Tagesziel treffen:
- Sie möchten ausdrücklich zur Feichtaualm: Start im Bodinggraben bei Molln wählen und die Zufahrtszeiten einplanen.
- Sie möchten eine kürzere Wanderung im Hintergebirge: Brunnbach und Ziele wie die Anlaufalm oder Gschwendtalm prüfen.
- Sie reisen mit Kindern: Höhenmeter und Rückweg höher gewichten als den Namen des Ausflugsziels.
- Sie planen eine Übernachtung: Saison der Feichtauhütte zwischen 1. Mai und 31. Oktober beachten, Matratzenlager und Selbstversorgung einplanen.
- Sie wollen spontan starten: Die Zufahrtsregelung am Bodinggraben vor der Abfahrt klären, statt auf eine ganztägig freie Zufahrt zu vertrauen.
- Sie haben nur einen halben Tag: Der direkte Feichtaualm-Aufstieg ist dafür meist zu ambitioniert, sobald Hin- und Rückweg zusammengedacht werden.
Die Feichtaualm-Wanderung vom Bodinggraben ist eine klare, anspruchsvolle Unternehmung mit einem nachvollziehbaren Routenverlauf. Brunnbach bietet ebenfalls schöne Möglichkeiten, gehört aber in eine andere Tourenplanung. Wer diese beiden Ausgangspunkte nicht als direkte Konkurrenz, sondern als Zugänge zu unterschiedlichen Wanderzielen versteht, erspart sich unnötige Kilometer und einen enttäuschenden Start.
Unser Fazit zur Feichtaualm-Wanderung
Für die Frage Bodinggraben oder Brunnbach gibt es ein eindeutiges Ergebnis: Der Bodinggraben ist der klassische direkte Ausgangspunkt zur Feichtaualm. Der Weg führt über Jagahäusl und Blumaueralm, überwindet rund 780 bis 870 Höhenmeter und benötigt für den einfachen Aufstieg ungefähr 2:30 bis 3:25 Stunden.
Brunnbach ist dagegen eine gute Wahl für Wanderungen zur Anlaufalm, zur Gschwendtalm und in weitere Bereiche des Reichraminger Hintergebirges. Als gleichwertige oder kürzere Alternative zur Feichtaualm sollten Sie den Ort nicht einplanen.
Der eigentliche Schlüssel für einen gelungenen Tag liegt in der Logistik: früh anreisen, das Zufahrtsfenster von 6:00 bis 9:00 Uhr für die Hinfahrt und 15:00 bis 18:00 Uhr für die Rückfahrt berücksichtigen, den zusätzlichen Fußweg ab Scheiblingau einrechnen und die Tourdauer nicht auf die reine Aufstiegszeit verkürzen. Dann wird aus der Route zur Feichtaualm kein hektischer Wettlauf gegen die Uhr, sondern eine gut vorbereitete Bergwanderung im Nationalpark Kalkalpen.