hobisch.

Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

Meldung

Landwirtschaft in Rohrbach: Wie Technik und Klimawandel die Milchproduktion prägen

Laut Bezirksbauernkammer Rohrbach produziert der Bezirk 5,2 Prozent der österreichischen Milch und bleibt damit ein Schwergewicht der heimischen Agrarwirtschaft.

Landwirtschaft in Rohrbach: Wie Technik und Klimawandel die Milchproduktion prägen

Gleichzeitig schreitet der Strukturwandel mit Härte voran: Seit 2003 ist die Zahl der Milchviehbetriebe von 1.938 auf 658 gesunken. Wie die Kammer berichtet, stemmt eine kleine Zahl spezialisierter Betriebe den Großteil der Produktion.

Weniger Höfe, mehr Technik

Der Rückgang um rund 66 Prozent in zwei Jahrzehnten geht mit steigender Leistung pro Betrieb einher. Bezirksbauernkammer-Obmann Martin Mairhofer führt das auf technischen Fortschritt zurück: Moderne Stalltechnik entlaste die Betriebsführer körperlich, halte die Tiere gesund und ermögliche effizientere Arbeitsabläufe. Beim Einsatz solcher Technik nimmt Rohrbach eine Vorreiterrolle ein.

Bereits 2025 waren 27 Prozent der Milchbetriebe mit Melkrobotern ausgestattet. Für viele Bauern bedeutet das mehr Flexibilität bei der täglichen Stallarbeit. Zwischen 2014 und 2024 wurden im Bezirk insgesamt 2.483 Investitionsprojekte umgesetzt – ein Indikator für die ungebrochene Investitionsbereitschaft der Branche. Mairhofer formuliert die Bedingung dazu klar: Investitionen müssten wirtschaftlich tragbar bleiben, verlässliche Förderungen und praktikable Rahmenbedingungen seien nötig, um Betriebe zukunftsfit aufzustellen.

Dürre als Stresstest für das Grünland

Was die Technik nicht abfedert, ist das Wetter. Mairhofer bezeichnet den Sommer als „Katastrophe für die Landwirtschaft". Der Bezirk sei zweigeteilt: Der Norden habe immer wieder etwas Regen abbekommen, das merke man an der Vegetation. Im übrigen Bezirk seien Wiesen und Felder ausgetrocknet. Auf betroffenen Betrieben mussten Rinderbestände teilweise halbiert werden, weil Futter fehlte.

Die Bezirksbauernkammer hat nach eigenen Angaben mit mehreren Hebeln reagiert: Beratung zur Wiesen-Sanierung, eine Saatgutaktion und die Vermittlung von Futter zu vertretbaren Preisen. Die Schäden an der Futterbasis werden die Betriebe aber noch über die kommenden Saisonen beschäftigen – gerade in einer Region, in der Grünland die Basis für Milch und Fleisch gleichermaßen liefert.

Was Bio- und Urlaubshöfe mitnehmen

Für Bio-Betriebe und Hofurlaubs-Anbieter in Oberösterreich verdichtet sich die Lage: Extensive Grünlandbewirtschaftung braucht stabile Erträge, die derzeit fehlen. Die ausgedünnte Futtergrundlage trifft Weide- und Heuwirtschaft besonders. Wer investiert, sollte Förderlandschaft, Liquidität und betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit prüfen, bevor neue Stalltechnik angeschafft wird. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, sieht in der Beratung den entscheidenden Hebel, um Höfe durch diese Phase zu steuern – gerade dort, wo Landwirtschaft und Tourismus zusammenkommen.