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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

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Regenerative Landwirtschaft: Wege zu gesunden Böden in Oberösterreich

Wie Dawn berichtet, gewinnt regenerative Landwirtschaft als Ansatz für gesündere Böden an Bedeutung.

Regenerative Landwirtschaft: Wege zu gesunden Böden in Oberösterreich

Im Zentrum stehen Verfahren, die Bodenstörungen reduzieren, organische Substanz erhalten und die Abhängigkeit von synthetischen Düngern sowie Pflanzenschutzmitteln verringern sollen. Für Biohöfe in Oberösterreich ist der Bericht vor allem deshalb relevant, weil er eine zentrale Betriebsfrage berührt: Wie lässt sich Bodenfruchtbarkeit langfristig sichern, ohne die Wertschöpfung pro Fläche aus dem Blick zu verlieren?

Bodenpflege statt reiner Ertragslogik

Regenerative Landwirtschaft setzt auf mehrere Bausteine. Dazu gehören reduzierte oder vollständig vermiedene Bodenbearbeitung, vielfältigere Fruchtfolgen, Zwischen- und Deckfrüchte sowie der Einsatz von Wirtschaftsdünger, Gründüngung und Ernterückständen. Ziel ist nicht nur, eine Kultur kurzfristig mit Nährstoffen zu versorgen. Die organische Substanz im Boden soll aufgebaut und das Bodenleben unterstützt werden.

Der Unterschied zum klassischen Ökolandbau liegt im Schwerpunkt. Ökologische Landwirtschaft betrachtet die gesamte Produktionskette. Regenerative Landwirtschaft konzentriert sich stärker auf Bodenstruktur und Bodenfunktionen. Beide Ansätze können sich überschneiden, sind aber nicht gleichzusetzen.

Der Bericht verweist zugleich auf einen Zielkonflikt: Konventionelle Verfahren erzielen häufig höhere Flächenerträge, arbeiten dafür aber oft mit höheren Betriebsmittelmengen. Regenerative Verfahren sollen den Bedarf an chemischen Düngern, Insektiziden und Pestiziden senken. Ein vollständiger Verzicht auf Dünger wird dabei nicht als zwingende Voraussetzung dargestellt. Entscheidend bleibt die Frage, welche Nährstoffversorgung für die Produktion notwendig ist und wie stark der Boden selbst davon profitiert.

Was Betriebe konkret prüfen müssen

Für die Praxis reicht es nicht, einzelne Maßnahmen isoliert zu übernehmen. Eine Deckfrucht verbessert die Bodenbedeckung, löst aber weder Probleme mit Staunässe noch mit Versalzung. Auch höhere Fruchtbarkeit ist nur ein Faktor der Produktivität. Bodenstruktur, Wasserhaushalt und Erosionsrisiko müssen gemeinsam bewertet werden.

Als geeignete Bausteine nennt der Bericht Leguminosen, Futterpflanzen, Stallmist, Gründüngung und Ernterückstände. Letztere werden in intensiven Anbausystemen häufig abgeführt oder verkauft. Bleiben sie auf der Fläche und zersetzen sich, kann der Gehalt an organischer Substanz steigen. Das ist kein schneller Ertragshebel, sondern eine längerfristige Prozessentscheidung.

Problematisch ist der Anbau aufeinanderfolgender Kulturen ohne ausreichende Regenerationsphase. Im Bericht wird auf Betriebe verwiesen, die auch kurze Zeitfenster zwischen zwei Anbauperioden nutzen, um weitere Kulturen zu etablieren. Aus Sicht der Bodengesundheit kann das die Belastung erhöhen. Deck- oder Unterbrechungskulturen können dagegen Erosion durch Wind und Wasser begrenzen und zugleich zur Nährstoffversorgung beitragen.

Für einen Biohof mit Ferienhausvermietung oder Hofveranstaltungen entsteht daraus ein zusätzlicher Prüfpunkt: Nachhaltigkeit sollte nicht nur über Zertifikate oder Begriffe kommuniziert werden. Belastbarer sind nachvollziehbare Angaben zur Fruchtfolge, zur Bodenbedeckung, zur Nutzung von Wirtschaftsdüngern und zum Umgang mit Ernterückständen.

Nicht jedes Modell ist übertragbar

Der Bericht bezieht sich auf Erfahrungen aus Sindh und nennt dort auch ein privates Unternehmen, das Betriebe in den Distrikten Khairpur Mirs und Naushahro Feroz mit regenerativen und ökologischen Verfahren vertraut machen will. Zudem wird auf Förderungen für Deckfrüchte im Vereinigten Königreich verwiesen. Diese politischen und klimatischen Rahmenbedingungen lassen sich nicht direkt auf Österreich übertragen.

Für oberösterreichische Betriebe ist daher weniger die Übernahme eines fertigen Modells entscheidend als die saubere Analyse der eigenen Flächen. Welche Kulturen verschärfen Verdichtung? Wo fehlt eine dauerhafte Bodenbedeckung? Werden organische Materialien sinnvoll in die Nährstoffplanung integriert? Und welche Maßnahmen sind mit Arbeitszeit, Maschinenpark und Vermarktung tatsächlich vereinbar?

Regenerative Landwirtschaft ist damit kein Ersatz für betriebliche Kalkulation. Sie verschiebt den Blick: vom einzelnen Ertragsschritt hin zur Funktionsfähigkeit des Bodens als Produktionsgrundlage. Für Höfe, die Landwirtschaft und Urlaubsgäste verbinden, liegt darin auch ein praktischer Vorteil. Wer Bodenprozesse konkret dokumentiert, kann nachhaltige Bewirtschaftung nachvollziehbar zeigen, statt sie nur zu behaupten.