Erlebnistouren auf Bio-Höfen: So begeistern Sie Gäste mit Tierkontakten
Über 120 Kinder besuchten zwischen Juli und August 2026 im Rahmen der „Mira & Maxi Bio-Bauernhof Erlebnistour" von BIO AUSTRIA NÖ & Wien vier Biohöfe in Niederösterreich.

Vier Höfe, 120 Kinder, ein Format: Die „Mira & Maxi Bio-Bauernhof Erlebnistour" 2026 in NÖ
Die Veranstaltung reiht sich in eine wachsende Zahl pädagogischer Hofformate ein – und liefert für Direktvermarkter mit Ferienhaus- oder Eventangebot in Oberösterreich mehrere konkrete Ansatzpunkte.
Tour-Stopps als Produktlogik
Die vier Stationen folgten einem wiederkehrenden Muster: je vier Mitmach-Stationen pro Hof, jeweils mit direktem Tierkontakt als Kernpunkt. In Hollenstein an der Ybbs standen Milchkühe mit ihren Kälbern, Ziegen und Hühner im Zentrum; Biobauer Josef erläuterte den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren in der Bio-Landwirtschaft. Am Sonnseitenhof in Bad Großpertholz dominierten Alpakas, ergänzt um Pferde und Ponys. Am Biohof Hinterbichler in Kernhof (Familie Meissinger) zogen über 60 Kinder und Eltern durch das Programm – Heuhüpfen, Pfauen, Schweine, ein Esel. Den Schlusspunkt setzte das Bio-Stadtgut Wien neben Schloss Laxenburg mit 850 Hektar biologisch bewirtschafteter Ackerfläche, Angus-Rindern, Kamerunschafen und Traktoren zum Besteigen.
Die Struktur ist bemerkenswert: kein Show-Programm, sondern Tierkontakt plus je einer kulinarischen Station – in Laxenburg etwa Kichererbsen-Salat und Bio-Wassermelonen als Jause. Das ist weniger Erlebnispädagogik im pädagogischen Sinne als gelebte Wertschöpfungskette zum Anfassen.
Parallel laufender Award: Vielfalt als Kategorie
In Oberösterreich setzt Bio Austria derzeit einen anderen Hebel an: den „Bio Award Oberösterreich 2026" unter dem Motto „Vielfalt schafft Zukunft!". Gesucht werden zertifizierte Biobetriebe, die alte Nutztierrassen und Kulturpflanzen erhalten, Biodiversität und Bodenschutz voranbringen oder regionale Kreisläufe stärken. Nominierungen sind bis 30. August 2026 möglich, das öffentliche Online-Voting läuft vom 23. September bis 11. Oktober 2026. Eine Fachjury wählt vier Finalbetriebe; auf den Sieger wartet ein Kurzurlaub im Bio Wellness Hotel Holzleiten.
Für Höfe mit Ferienhausvermietung oder Event-Location ist die Logik unmittelbar: Wer sowohl Produkt als auch Prozess sichtbar macht – alte Rassen, eigene Hofkäserei, besondere Fruchtfolge – gewinnt im Award, unabhängig davon, ob Gäste im Chalet übernachten oder im Heustadl heiraten.
Was am eigenen Hof zu prüfen ist
Drei Punkte, die sich aus der NÖ-Tour und dem laufenden OÖ-Award ableiten lassen:
- Format adaptieren: Vier Stationen, ein Tag, eine Gruppe. Die NÖ-Tour zeigt, dass ein skalierbares Konzept ohne Großinvestition funktioniert. Entscheidend ist die Wiederholbarkeit der Stationen, nicht ihre technische Aufwendigkeit.
- Tierkontakt vor Erklärtafel: Milchkühe, Alpakas, Hühner, Schweine – alles, was gestreichelt, gefüttert oder beobachtet werden kann, schlägt jede Infografik. Der Biohof Hinterbichler bewies das mit über 60 Teilnehmern an einem einzigen Termin.
- Award oder Eigenvermarktung: Wer bis 30. August nominiert oder sich bis 11. Oktober am Voting beteiligt, positioniert den Hof öffentlich – ohne eigenes Marketingbudget.
Die Mira-&-Maxi-Tour endete nach vier Stopps. Die Vermarktungssaison für Oberösterreichs Biohöfe läuft weiter – mit einem Award, der bis Jahresende Aufmerksamkeit bindet.