Landtourismus als Chance: Wie Bio-Höfe von neuen Förderungen und Trends profitieren
Wie die irische Zeitung Connaught Telegraph berichtet, ist die Nachfrage nach ländlichem Tourismus weltweit so stark gestiegen, dass Programme und Förderungen entstehen, um Landwirte beim Empfang…

Wie die irische Zeitung Connaught Telegraph berichtet, ist die Nachfrage nach ländlichem Tourismus weltweit so stark gestiegen, dass Programme und Förderungen entstehen, um Landwirte beim Empfang dieser Gäste zu unterstützen – eine Entwicklung, die wir auf Österreichs Bio-Höfen seit Jahren beobachten. Wer mit kleinen Kindern anreist, kennt das Gefühl: Man will Landluft schnuppern, ehrliche Produkte genießen und den Tieren näherkommen – aber am Ende fragt man sich, ob der Hof wirklich hält, was die schöne Website verspricht.
Vom Fördertopf bis zum Glamping-Zelt
Besonders konkret wird es in Irland: Airbnb hat dort seinen Rural Tourism Fund auf 200.000 Euro verdoppelt und ruft Gemeinden, kleine Unternehmen und Tourismusorganisationen auf, sich bis zum 16. September zu bewerben. Gefördert werden drei Bereiche – Outdoor und Aktivitäten, Kulturerbe und Kunst sowie Kulinarik und Gastgewerbe. Wer in eine geführte Radtour, ins Hofcafé oder in ein kleines Kulturprogramm investiert, kann damit rechnen, dass Gäste länger bleiben, weiterziehen und ihr Geld im Dorf lassen. Dass der Markt real ist, zeigt eine Zahl aus demselben Bericht: 71 Prozent aller Airbnb-Buchungen in Irland entfallen auf ländliche Regionen.
Parallel dazu zeigt ein Beispiel aus Neuseeland, dass der Einstieg auch ohne großen Fonds gelingen kann. Wie das Branchenportal Farmers Weekly berichtet, haben zwei Freundinnen ihre Glamping-Idee zu einem touristischen Angebot ausgebaut – ein Modell, das auch für kleine Höfe in Oberösterreich spannend ist, wenn Stellplätze, sanitäre Anlagen und das gewisse Extra an Komfort stimmen. Die UN-Tourismusorganisation wiederum sieht laut dem chinesischen Sender CGTN in Chinas ländlichem Tourismusmodell eine Inspiration für andere Länder.
Worauf es bei der Buchung jetzt ankommt
Im Kern zeigen die Meldungen vor allem eines: Das Angebot wird dichter, vielfältiger – und damit auch unübersichtlicher. Bevor Sie buchen, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf drei Punkte, die in der Werbung selten stehen. Erstens: Wie ist die WLAN-Ausleuchtung im Ferienhaus, falls das Wetter kippt und die Kinder plötzlich drei Stunden Bildschirmzeit brauchen? Zweitens: Welche Programme gibt es für Kinder bei Regen – gibt es eine Werkstatt, eine feste Fütterungs-Zeit im Stall, einen Heuboden zum Toben – oder wird das schnell zur Entschuldigung, weil „heute gar nichts geht"? Drittens: Welche Hofregeln gelten, damit der Städter-Alltag nicht in den Landurlaub mitwandert – Stichwort Nachtruhe, Handy am Tisch, Schuhe in der Stube. Wer diese Fragen vorab klärt, merkt schnell, ob ein Hof nur eine Übernachtung verkauft oder wirklich eine Auszeit, an die man sich noch Jahre später erinnert.