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Hoher Nock: Budergraben oder Bodinggraben im Vergleich

Wer den Hohen Nock besteigen möchte, muss sich vor dem Start zwischen zwei sehr unterschiedlichen Wegen entscheiden: Der Budergraben führt direkt, steil und vergleichsweise kompakt zum Gipfel.

Hoher Nock: Budergraben oder Bodinggraben im Vergleich

Die Route über den Bodinggraben nimmt sich deutlich mehr Zeit, belohnt dafür mit Almwiesen, abwechslungsreicher Landschaft und einem ruhigeren Tourenrhythmus. Beide Wege führen auf den mit 1.963 Metern höchsten Gipfel des Sengsengebirges im Nationalpark Kalkalpen – aber sie passen nicht zu denselben Wandernden.

Die Frage lautet deshalb nicht einfach, welcher Aufstieg schöner ist. Entscheidend ist, wie viel Zeit, Kondition und Bergreserve Sie mitbringen. Wer mit dem Gedanken an eine überschaubare Tagestour anreist, kann vom langen Bodinggraben überrascht sein. Wer dagegen nur möglichst direkt hinauf möchte, empfindet den Budergraben trotz seiner Kürze als kräftige Angelegenheit.

Zwei Wege, zwei völlig verschiedene Wandertage

Der Hohe Nock ist kein Gipfel für einen beiläufigen Spaziergang. Beide Anstiege verlangen gute Kondition, und beide sollten mit ausreichend Zeit und einer realistischen Einschätzung der eigenen Kräfte geplant werden. Der Unterschied liegt vor allem in der Art der Belastung.

Der Budergraben ab dem Parkplatz beim Jagdhaus Rettenbach ist der direkte Weg. Der Steig mit der Wegnummer 463 führt zunächst durch dichten Wald, danach über steile Serpentinen und schließlich durch ein Geröllfeld hinauf zum Hochplateau. Die Route gewinnt rasch an Höhe und lässt wenig Raum für ein gemütliches Einrollen. Dafür ist der Weg deutlich kürzer als die Bodinggraben-Variante. Für den Aufstieg sind ungefähr vier Stunden zu veranschlagen.

Der Weg ab Molln beziehungsweise Bodinggraben ist eine lange Tagestour. Je nach gewählter Variante kommen etwa 18 bis 25,2 Kilometer und rund 1.300 bis 1.636 Höhenmeter zusammen. Die Gehzeit liegt ungefähr zwischen sieben und zehn Stunden. Das klingt zunächst nur nach einer längeren Version desselben Berges, fühlt sich unterwegs aber anders an: Die Höhenmeter verteilen sich über eine ausgedehntere Strecke, und die Landschaft verändert sich stärker.

MerkmalBudergrabenBodinggraben
AusgangspunktParkplatz beim Jagdhaus RettenbachMolln beziehungsweise Bodinggraben
CharakterDirekter, steiler AufstiegLange Tagestour mit mehreren Landschaftsräumen
WeglängeKürzer als die Bodinggraben-RouteEtwa 18–25,2 Kilometer
AufstiegRund vier StundenEtwa sieben bis zehn Stunden Gesamtgehzeit
HöhenmeterKompakt und steilRund 1.300–1.636 Höhenmeter
LandschaftWald, Serpentinen, Geröllfeld, HochplateauBodinggraben, Jagahäusl, Feichtaualm oder Blumaueralm, Hochgebirge
Passt besonders zuKonditionsstarken Wandernden mit wenig ZeitAusdauernden Berggehern, die den Weg als Teil des Erlebnisses sehen
Der kürzere Weg ist nicht automatisch der leichtere: Im Budergraben kommen die Höhenmeter konzentriert, im Bodinggraben fordert vor allem die lange Distanz.

Der Budergraben: Direkt hinauf, ohne lange Anlaufstrecke

Der Budergraben ist die Route für alle, die den Gipfel möglichst unmittelbar erreichen möchten. Der Einstieg beim Jagdhaus Rettenbach wirkt zunächst waldig und geschützt. Das kann angenehm sein, weil der erste Teil nicht sofort mit freiem Hochgebirgsgelände beginnt. Gleichzeitig steigt der Weg bald deutlich an. Die Serpentinen sind steil, und die Route lässt sich nicht mit einem sanften Almweg vergleichen.

Gerade der frühe Anstieg ist der Moment, in dem sich zeigt, ob die Tourenplanung realistisch war. Wer am Anfang zu schnell geht, bezahlt das später mit schweren Beinen – besonders dort, wo der Weg aus dem Wald herausführt und das Gelände über Geröll in Richtung Hochplateau wechselt. Ein gleichmäßiger Schritt ist hier sinnvoller als ein ambitionierter Start. Kleine Pausen helfen, aber sie sollten nicht erst eingelegt werden, wenn die Kraft bereits deutlich nachlässt.

Eine Besonderheit am Budergraben ist das Merkensteinbründl. Im karstigen Sengsengebirge sind verlässliche Wasserstellen nicht selbstverständlich, deshalb ist diese Quelle unterwegs ein wichtiger Orientierungspunkt. Sie ersetzt jedoch keine solide Tourenvorbereitung: Wasser sollte von Anfang an ausreichend im Rucksack sein, denn entlang des Steigs gibt es keine durchgehende Versorgung und keine regelmäßige Einkehrmöglichkeit.

Für wen der Budergraben geeignet ist

Der hohe Nock über den Budergraben passt zu Ihnen, wenn Sie:

  • steile Anstiege gewohnt sind und Ihr Tempo auch über mehrere Stunden halten können,
  • eine direkte, konzentrierte Bergtour einer langen Tal- und Almroute vorziehen,
  • früh starten und den Rückweg trotzdem mit genügend Zeitreserve antreten,
  • mit Waldwegen, Geröll und wechselndem Untergrund sicher umgehen,
  • lieber zügig Höhe gewinnen, als viele Kilometer zurückzulegen.

Weniger passend ist die Route für Wandernde, die sich den Berg über einen gemütlichen Beginn erschließen möchten. Auch Familien mit kleineren Kindern sollten genau prüfen, ob die gesamte Tourerfahrung und Kondition ausreichen. Der Weg ist kein einfacher Familienwanderweg, nur weil die Strecke kürzer ist.

Die Bodinggraben-Route: Mehr Weg, mehr Landschaft

Der Aufstieg über den Bodinggraben ist die ausführlichere Annäherung an den Hohen Nock. Der Weg führt vorbei am Jagahäusl und weiter in Richtung Feichtaualm beziehungsweise über eine Variante zur Blumaueralm. Die Feichtaualm ist mit 600 Hektar die größte der 20 bewirtschafteten Almen im Nationalpark Kalkalpen. Solche offenen Almflächen verändern den Charakter der Tour spürbar: Nach den ersten Wegabschnitten im Tal und Wald kommt mehr Weite in den Tag, und die Route erzählt stärker von der Landschaft rund um den Gipfel.

Das ist der große Vorteil dieser Variante. Sie besteht nicht nur aus dem eigentlichen Gipfelanstieg, sondern aus einer längeren Wanderung durch unterschiedliche Räume. Der Weg beginnt nicht mit einem einzigen kräftigen Höhenmetersprung, sondern entwickelt sich über viele Stunden. Das kann körperlich angenehmer wirken – es bedeutet aber keineswegs, dass die Tour leicht wäre. Mit bis zu etwa 1.636 Höhenmetern und einer Wegstrecke von bis zu 25,2 Kilometern bleibt sie eine ernsthafte Unternehmung.

Bei dieser Route ist die Zeitplanung besonders wichtig. Sie sollten nicht nur berechnen, wann Sie den Gipfel erreichen, sondern auch den Rückweg und mögliche Verzögerungen einplanen. Eine längere Pause auf der Alm, langsameres Vorankommen im steileren Gelände oder wechselndes Wetter können den Tagesablauf schnell verschieben. Wer erst spät aufbricht, hat hier deutlich weniger Spielraum als bei einer kurzen Spazierwanderung rund um einen Ausflugsort.

Feichtaualm oder Blumaueralm?

Die genaue Variante beeinflusst die Länge und den gesamten Höhenunterschied. Über die Feichtaualm verläuft die Route durch einen besonders markanten Landschaftsabschnitt. Die Variante über die Blumaueralm kann sich hinsichtlich Höhenmetern und Wegverlauf unterscheiden. Für die konkrete Planung sollten Sie deshalb die aktuelle Wegführung und die Bedingungen vor Ort prüfen, statt sich nur an einer pauschalen Zeitangabe zu orientieren.

Die Bodinggraben-Route eignet sich vor allem für Wandernde, die den Weg selbst als wesentlichen Teil des Tages verstehen. Wenn Sie auf der Suche nach einer möglichst kurzen Verbindung zum Gipfel sind, werden Ihnen die zusätzlichen Kilometer vermutlich lang vorkommen. Wenn Sie dagegen Almgelände, Wald, Talräume und Hochgebirgspanorama miteinander verbinden möchten, ist diese Route die stimmigere Wahl.

Über den Bodinggraben wandern Sie nicht einfach länger zum selben Ziel. Sie planen einen ganzen Bergtag, bei dem der Gipfel nur ein Teil der Geschichte ist.

Kondition: Wo die Belastung tatsächlich entsteht

Bei der Entscheidung „Hoher Nock, Budergraben oder Bodinggraben?“ wird häufig nur auf die Gehzeit geschaut. Das greift zu kurz. Vier Stunden steiler Aufstieg können den Körper anders fordern als sieben bis zehn Stunden mit wechselndem Gelände. Die Belastung verteilt sich auf unterschiedliche Weise.

Am Budergraben sind vor allem die Steilheit, die Serpentinen und das Geröll entscheidend. Der Weg macht schnell Höhe, sodass die Muskulatur früh arbeitet. Wer bergauf grundsätzlich lieber langsam und gleichmäßig geht, sollte sich nicht von der vergleichsweise kurzen Aufstiegszeit täuschen lassen.

Am Bodinggraben ist die Ausdauer der zentrale Punkt. Selbst wenn einzelne Passagen weniger unmittelbar steil wirken, summieren sich Strecke und Höhenmeter. Nach mehreren Stunden müssen Beine und Konzentration noch zuverlässig funktionieren. Gerade beim Rückweg darf die Ermüdung nicht unterschätzt werden: Unebenheiten, Geröll und nachlassende Aufmerksamkeit gehören zu den häufigsten Gründen, warum eine lange Bergtour am Ende unangenehm wird.

Für beide Wege empfiehlt sich eine ehrliche Selbsteinschätzung anhand konkreter Fragen:

  • Können Sie mehrere Stunden bergauf gehen, ohne dass das Tempo stark einbricht?
  • Bleiben Sie auch nach einer langen Pause oder einem anstrengenden Anstieg trittsicher?
  • Haben Sie Erfahrung mit Geröll und ungleichmäßigen Bergwegen?
  • Können Sie die gesamte Tour inklusive Rückweg bei wechselndem Wetter durchhalten?
  • Ist Ihre Ausrüstung auf einen langen Tag im Gebirge und nicht nur auf einen Spaziergang ausgelegt?

Wer diese Fragen nicht klar mit Ja beantworten kann, sollte den Gipfel nicht erzwingen. Im Nationalpark Kalkalpen ist es keine Schwäche, eine Tour umzudrehen oder eine kürzere Wanderung zu wählen. Ein Bergtag ist dann gelungen, wenn Sie sicher und mit guten Reserven zurückkommen.

Ausrüstung und Wasserversorgung: Der praktische Teil der Planung

Für den Hohen Nock braucht es keine komplizierte Spezialausrüstung, aber eine verlässliche Grundausstattung. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind auf beiden Routen sinnvoll. Gerade am Budergraben mit seinen steilen Abschnitten und dem Geröllfeld ist ein stabiler Tritt wichtiger als ein möglichst leichter Schuh.

In den Rucksack gehören außerdem:

  • ausreichend Wasser für Aufstieg und Rückweg,
  • eine zusätzliche Bekleidungsschicht für exponierte und windige Passagen,
  • Regenbekleidung, auch wenn der Morgen freundlich beginnt,
  • eine Jause, die auch nach mehreren Stunden noch gut verträglich ist,
  • Erste-Hilfe-Set, Mobiltelefon und eine zuverlässige Tourenbeschreibung,
  • Sonnenschutz für die offenen Abschnitte im Hochgebirge,
  • eine Stirnlampe als Reserve, falls sich der Rückweg unerwartet verlängert.

Die Wasserversorgung verdient besondere Aufmerksamkeit. Das Merkensteinbründl am Budergraben ist eine seltene Wasserquelle im karstigen Sengsengebirge. Dennoch sollten Sie nicht so planen, als gäbe es am Berg jederzeit Nachschub. Quelle, Zustand und Verfügbarkeit können von den Bedingungen abhängen. Nehmen Sie Ihr Trinkwasser daher vollständig mit und betrachten Sie das Bründl höchstens als mögliche Ergänzung, nicht als alleinige Grundlage der Versorgung.

Auch bei der Bodinggraben-Route sollte die Verpflegung im Rucksack bleiben. Die Feichtaualm ist ein wichtiger Landschafts- und Orientierungspunkt der Tour, aber daraus folgt nicht automatisch eine verlässliche Einkehrmöglichkeit zu jeder Tageszeit. Öffnungszeiten, Bewirtschaftung und aktuelle Bedingungen können sich ändern. Wer auf eine bestimmte Pause angewiesen ist, plant besser unabhängig davon.

Ein typischer Wandertag auf beiden Routen

Der Tagesablauf beginnt bei beiden Varianten mit einem frühen Start. Im Gebirge ist der frühe Morgen nicht nur wegen der Temperatur angenehm. Er schafft auch die wichtigste Reserve: Zeit. Diese Reserve brauchen Sie, wenn die Beine langsamer werden, der Untergrund schwieriger ist oder eine Pause länger dauert als gedacht.

Am Budergraben

Beim Budergraben führt der Weg zunächst durch den Wald. Das Gelände wird bald steiler, und die Serpentinen geben den Rhythmus vor. Hier lohnt es sich, bewusst langsam zu starten. Nach dem Waldabschnitt verändert sich die Umgebung, und das Geröllfeld verlangt mehr Aufmerksamkeit. Am Hochplateau angekommen, ist der anstrengendste Charakter des Direktanstiegs noch präsent, auch wenn sich der Blick öffnet.

Für den Aufstieg sollten ungefähr vier Stunden eingeplant werden. Dazu kommen Pausen, Gipfelaufenthalt und der Rückweg. Wer beim Aufstieg bereits an die Zeitgrenze kommt, sollte den Abstieg nicht einfach als nebensächlichen Teil betrachten. Müde bergab zu gehen verlangt Konzentration, besonders auf losem Untergrund.

Am Bodinggraben

Der Tag über den Bodinggraben entwickelt sich langsamer. Vorbei am Jagahäusl und weiter in Richtung Feichtaualm oder Blumaueralm, gewinnt die Tour ihre Vielfalt. Die längere Strecke erlaubt mehr Wechsel in der Landschaft, verlangt aber auch, dass Sie Ihr Tempo konsequent einhalten.

Mit ungefähr sieben bis zehn Stunden Gehzeit ist die Route für einen vollen Wandertag gedacht. Die Pausen sollten nicht nur dort stattfinden, wo die Aussicht besonders schön ist, sondern auch dann, wenn die körperliche Leistung es verlangt. Eine kurze Trinkpause, bevor die Kräfte sinken, ist hilfreicher als eine lange Erholungspause nach einem völlig überzogenen ersten Abschnitt.

Hoher Nock wandern: Welche Route passt zu Ihrem Profil?

Die Entscheidung lässt sich gut über den gewünschten Charakter des Tages treffen. Nicht jeder, der den Gipfel erreichen möchte, sucht dasselbe Bergerlebnis.

Sie wählen den Budergraben, wenn …

Sie eine kompakte, direkte Tour bevorzugen und steile Anstiege nicht scheuen. Der Weg passt zu erfahrenen Wandernden, die ihre Kondition gut einschätzen können und lieber rasch in höhere Lagen kommen. Auch wenn die verfügbare Zeit begrenzt ist, kann der Budergraben die passendere Route sein – vorausgesetzt, die Steilheit liegt Ihnen.

Der Budergraben ist außerdem die Route, bei der das Wetter besonders aufmerksam beobachtet werden sollte. Steiler Aufstieg, Geröll und Hochplateau verlangen bei nassen oder unsicheren Bedingungen mehr Erfahrung. Bei schlechter Sicht oder Gewittergefahr ist ein Gipfelziel im Sengsengebirge keine gute Gelegenheit für spontane Experimente.

Sie wählen den Bodinggraben, wenn …

Sie einen ganzen Tag für den Berg einplanen und die Landschaft rund um den Hohen Nock intensiv erleben möchten. Die Route über die Feichtaualm oder Blumaueralm ist die bessere Wahl, wenn Ihnen abwechslungsreiche Wegabschnitte und Almgelände ebenso wichtig sind wie der Gipfelerfolg.

Sie sollten jedoch Freude an langen Distanzen mitbringen. Die Route ist nicht die gemütliche Alternative zum Budergraben, sondern die ausgedehntere und in der Summe fordernde Variante. Wer spät startet oder bei langen Touren regelmäßig nach mehreren Stunden abbaut, sollte die Streckenlänge ernst nehmen.

Für Familien und weniger erfahrene Wandernde

Für Familien mit Kindern ist nicht allein die Gipfelhöhe ausschlaggebend. Entscheidend sind Alter, Bergerfahrung, Trittsicherheit und die Fähigkeit, über viele Stunden konzentriert zu bleiben. Der Budergraben kann wegen der steilen Serpentinen und des Geröllfeldes anspruchsvoll sein. Der Bodinggraben bietet zwar mehr landschaftliche Abwechslung, ist aber mit bis zu rund 25 Kilometern und bis zu zehn Stunden Gehzeit ebenfalls keine kurze Familientour.

Für einen Urlaub am Bio-Bauernhof in der Region kann es sinnvoller sein, den Hohen Nock nicht als Pflichtprogramm zu behandeln. Oberösterreich bietet rund um den Nationalpark Kalkalpen viele Möglichkeiten für kürzere Wanderungen und naturverträgliche Outdoor-Tage. Ein Gipfelziel sollte zu Ihrer Gruppe passen – nicht umgekehrt.

Was Sie vor dem Start noch abklären sollten

Die empfohlene Wanderzeit für den Hohen Nock liegt ungefähr zwischen Mai und Oktober. Innerhalb dieses Zeitraums können sich die Bedingungen am Berg trotzdem deutlich unterscheiden. Früh in der Saison sind Schneereste und nasse Wegabschnitte möglich, später können Hitze, trockene Geröllpassagen oder rasche Wetterwechsel den Aufstieg prägen.

Vor der Abfahrt sollten Sie deshalb nicht nur die Wetterprognose, sondern auch die aktuelle Wegsituation und den Zustand der Zufahrt beziehungsweise des Ausgangspunkts prüfen. Für Parkgebühren oder Busverbindungen im Bodinggraben und bei Rettenbach liegen keine verlässlich tagesaktuellen Angaben vor. Gerade bei einer Tour mit frühem Start wäre es ärgerlich, wenn die Anreise ungeklärt ist und dadurch wertvolle Zeit verloren geht.

Praktisch ist außerdem, die Rückkehr nicht auf die letzte mögliche Stunde zu kalkulieren. Wer im Urlaub unterwegs ist, hat vielleicht noch eine lange Heimfahrt, Kinder warten am Hof oder ein Abendessen ist geplant. Ein Bergtag, der nur durch ständiges Hetzen funktioniert, ist selten der beste Bergtag.

Mein Fazit: Direkt oder landschaftlich – aber bitte mit Reserve

Der Budergraben ist der konzentrierte Aufstieg: kürzer, steiler und direkter. Er passt zu konditionsstarken Wandernden, die genau diesen Charakter suchen und mit dem anspruchsvollen Höhengewinn umgehen können. Der Bodinggraben ist die große Runde zum Gipfel: länger, abwechslungsreicher und als vollständige Tagestour zu verstehen. Mit Feichtaualm oder Blumaueralm wird der Weg selbst zum wesentlichen Erlebnis.

Wenn Sie zwischen „Hoher Nock Budergraben oder Bodinggraben“ schwanken, entscheiden Sie nicht nach der schönsten Gipfelfotografie, sondern nach Ihrem Tagesrhythmus. Wollen Sie möglichst direkt nach oben, wählen Sie den Budergraben. Möchten Sie das Sengsengebirge mit seinen Wald- und Almabschnitten erleben und bringen Sie die nötige Ausdauer mit, ist der Bodinggraben die stimmigere Route.

In beiden Fällen gilt: früh starten, Wasser und Wetter ernst nehmen, die Rückkehr mitdenken und genügend Reserve lassen. Der Hohe Nock läuft Ihnen nicht davon. Ein Gipfelerlebnis im Nationalpark Kalkalpen ist dann besonders schön, wenn am Ende nicht nur das Gipfelkreuz, sondern auch der sichere Weg zurück zum Ausgangspunkt dazugehört.

Häufige Fragen

Welche Route auf den Hohen Nock ist kürzer?
Der Budergraben ist die kürzere Variante und erfordert für den Aufstieg ungefähr vier Stunden.
Wie lange dauert die Wanderung über den Bodinggraben?
Die Gesamtgehzeit für diese Route liegt ungefähr zwischen sieben und zehn Stunden.
Gibt es auf dem Weg zum Hohen Nock Möglichkeiten, Wasser aufzufüllen?
Es gibt keine durchgehende Versorgung. Das Merkensteinbründl im Budergraben ist eine seltene Quelle, sollte aber nicht als alleinige Grundlage für die Wasserplanung dienen.
Ist der Budergraben für Familien mit Kindern geeignet?
Der Weg ist kein einfacher Familienwanderweg. Familien sollten die Kondition und Bergerfahrung der Gruppe kritisch prüfen, da der Aufstieg steil ist und über Geröllfelder führt.
Welche Ausrüstung ist für die Tour auf den Hohen Nock notwendig?
Neben festen Wanderschuhen mit gutem Profil gehören ausreichend Wasser, wetterfeste Kleidung, Verpflegung, ein Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz und ein Mobiltelefon zur Grundausstattung.