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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

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Klimafitte Landwirtschaft: Wie Raphael Kaufmann seine Böden zu Wasserspeichern macht

Nach Angaben von MeinBezirk.at speichert der Landwirt Raphael Kaufmann aus Höflach bei Fehring rund 20 Liter Wasser mehr pro Quadratmeter in seinen Böden. Auf einen Hektar gerechnet entspricht das 200.000 zusätzlichen Litern.

Klimafitte Landwirtschaft: Wie Raphael Kaufmann seine Böden zu Wasserspeichern macht

Der Betrieb zeigt damit einen agronomisch relevanten Ansatz für Flächen, die zugleich mit Trockenperioden und Starkregen umgehen müssen: Wasser soll im Boden bleiben, statt oberflächlich abzufließen.

Bodenbedeckung statt vollständiger Umkehr

Kaufmann arbeitet seit sieben Jahren an der Methode. Heute setzt er laut Bericht zu 90 Prozent auf Winterbegrünung, Fruchtfolge und pfluglose Bodenbearbeitung. Ausgangspunkt war eine Beobachtung der Familie in Brasilien: Unbedeckte Böden trocknen rasch aus und verlieren ihre Struktur.

Der Arbeitsablauf ist klar definiert. Ende September wird der Boden mit einem Tiefengrubber gelockert. Gleichzeitig erfolgt die Aussaat einer winterharten Begrünung. Der Zeitpunkt ist entscheidend, damit die Pflanzen noch vor der Kälte anwachsen. Die Begrünung schützt die Fläche über den Winter bis in das Frühjahr.

Ende März wird der Bestand mit einem Leichtgrubber und Gänsefußscharen flächig an der Wurzel abgeschnitten. Die abgestorbenen Pflanzen bleiben auf dem Acker. Sie bedecken die Oberfläche und liefern organisches Material für den Humusaufbau.

Der Unterschied zum Pflug liegt in der Eingriffstiefe und der Bodenbewegung. Beim Pflügen werden ganze Bodenschichten gewendet. Laut MeinBezirk.at trocknet der Boden dadurch schneller aus; außerdem können Bodenlebewesen beeinträchtigt werden. Bei Kaufmanns Verfahren wird die Erde lediglich durchlüftet und vorsichtig mit Pflanzenresten vermischt. Die Bodenstruktur bleibt damit weitgehend erhalten.

Messbarer Humusaufbau nach sieben Jahren

Der Bericht nennt einen Humuszuwachs von 0,4 Prozent innerhalb von sieben Jahren pflugloser Bewirtschaftung und Winterbegrünung. Gleichzeitig stieg die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern. Das ist der zentrale wirtschaftliche Punkt der Methode: Niederschlag wird nicht nur kurzfristig aufgenommen, sondern steht den Pflanzen in Trockenphasen länger zur Verfügung.

Auch eine Hangfläche des Betriebs liefert ein praktisches Beispiel. Dort waren bei Starkregen Erde und Nährstoffe auf die Straße abgeschwemmt worden. Nach der Umstellung blieb die Fläche laut Quelle stabil. Die Begrünung wirkt hier nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Teil eines Systems aus Bodenbedeckung, Fruchtfolge, reduzierter Bodenbearbeitung und organischer Substanz.

Für andere Betriebe ist das kein fertiges Standardprogramm. Die Umsetzung hängt vom konkreten Bewirtschaftungsablauf und vom Zeitpunkt der Aussaat ab. Der Bericht macht jedoch sichtbar, welche Punkte bei einer Prüfung der eigenen Flächen relevant sind: Liegt der Boden über längere Zeit offen? Wird organisches Material auf der Fläche belassen? Wie stark wird die Bodenschicht durch die Bearbeitung gewendet? Und reicht die Winterbegrünung aus, um vor der kalten Jahreszeit einen geschlossenen Bestand aufzubauen?

Was für Höfe jetzt zu beobachten ist

Josef Ober vom Vulkanland bezeichnet den Betrieb als Beispiel für die Zukunft der Landwirtschaft. Landtagsabgeordneter Franz Fratek berichtet zugleich, dass es auf einem von Kaufmann gepachteten Acker in den vergangenen Jahren Probleme gegeben habe. Der Ansatz ist damit nicht als romantisches Hofmodell interessant, sondern als dokumentierter Bewirtschaftungsversuch auf belasteten Flächen.

Für Bio-Betriebe und Höfe mit Ferienhaus- oder Veranstaltungsangebot liegt die Relevanz vor allem in der Verbindung von Produktion und Standortstabilität. Ein Boden, der Wasser speichert und bei Starkregen weniger Material verliert, stärkt die landwirtschaftliche Wertschöpfungskette. Er reduziert nicht automatisch alle Risiken. Er verschiebt aber den Prüfpunkt: Nicht nur die Ertragsleistung einer Kultur zählt, sondern auch die Fähigkeit des Bodens, zwischen zwei Wetterextremen funktionsfähig zu bleiben.

Die nächsten Jahre werden zeigen, wie stabil dieser Effekt unter unterschiedlichen Sommerbedingungen bleibt. Fest steht nach den vorliegenden Angaben: Kaufmann misst den Erfolg nicht an der Bewirtschaftungsphilosophie, sondern an Humusgehalt, Wasserhaltevermögen und der Stabilität der Fläche. Genau dort sollte auch die Bewertung ähnlicher Verfahren beginnen.