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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

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Landwirtschaft ohne Diesel: Warum ein Bio-Bauer auf Arbeitspferde statt Traktoren setzt

Bauer John Arink im niederländischen Achterhoek rechnet anders: Statt in einen neuen Traktor zu investieren, hat er ein Arbeitspferd angeschafft.

Landwirtschaft ohne Diesel: Warum ein Bio-Bauer auf Arbeitspferde statt Traktoren setzt

Der ökologische Landwirt will damit pflügen und Heu wenden – eine bewusste Abkehr von fossiler Mechanisierung, wie er der Zeitung „De Gelderlander“ erklärt.

Energiebilanz statt PS-Zahl

Arinks Kalkül ist betriebswirtschaftlich-energetisch. Er stellt die verbreitete Annahme in Frage, dass moderne Technik die Landwirtschaft automatisch nachhaltiger mache. Sein Argument: Rechne man den Energieaufwand für Herstellung und Betrieb der Maschinen ein, übersteige der Verbrauch der Branche teils die Energieausbeute in Form von Lebensmitteln. Das Pferd dagegen sei ein Werkzeug, das keine fossile Energie benötige und sich zudem fortpflanzen könne. Diese Sichtweise zielt auf eine radikale Unabhängigkeit von globalen Energiemärkten und Lieferketten für Technik.

Praktische Grenzen und verbleibende Abhängigkeiten

Die Umsetzung ist jedoch kein romantisches Idyll. Arink selbst spricht von der körperlich stark belastenden Arbeit mit dem Pferd. Zudem gibt er offen zu, dass der Traktor auf dem Hof nicht verschwindet. Seiner Schätzung nach wären rund zehn Pferde nötig, um alle fossilen Zugkräfte komplett zu ersetzen. Das Unterfangen bleibt also ein schrittweises Experiment, kein Totalersatz. Für Betriebe, die ähnliche Wege prüfen, ist dies eine entscheidende Rechengröße: Die Investition verschiebt sich vom Kapital in Traktoren und Diesel hin zu Fläche für Futter, Tierhaltung und Arbeitszeit.

Ein Modell für bioorientierte Betriebe mit Direktvermarktung?

Für Höfe im Segment Bio-Landwirtschaft und erlebnisorientierter Direktvermarktung wie Ferienhäusern kann dieser Ansatz mehr als nur eine Kostensparrechnung sein. Er erzeugt eine nachvollziehbare, tiefergehende Geschichte der Produktion. Gäste erleben keine abstrakte „Nachhaltigkeit“, sondern konkret die Arbeit mit dem Pferd auf dem Feld. Dies setzt voraus, dass die Betriebsgröße und die bewirtschafteten Flächen eine solche extensive Methode vertragen. Es ist keine Universallösung, sondern ein Parameter für Nischenbetriebe, die ihre Wertschöpfungskette aktiv verkürzen und das Erlebnis ihres Hofes neu definieren wollen. Arinks Beispiel zeigt: Die Entscheidung für oder gegen die Maschine wird zur Frage des gesamten Betriebskonzepts.