hobisch.

Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

Meldung

Ökologische Kipppunkte: Wie das Forschungsprojekt Ecorisk die Landwirtschaft der Zukunft analysiert

Laut Presseportal bündelt der Verbund Disziplinen von Soziologie bis Informatik und will klären, unter welchen Bedingungen Politik, Verwaltung und Betriebe frühzeitig auf ökologische Warnsignale reagieren.

Ökologische Kipppunkte: Wie das Forschungsprojekt Ecorisk die Landwirtschaft der Zukunft analysiert

An der Universität Osnabrück startet am 1. Oktober 2026 das DFG-geförderte Graduiertenkolleg „Ecorisk" mit zehn Promovierenden, das ökologische Kipppunkte in der Landwirtschaft untersucht. Laut Presseportal bündelt der Verbund Disziplinen von Soziologie bis Informatik und will klären, unter welchen Bedingungen Politik, Verwaltung und Betriebe frühzeitig auf ökologische Warnsignale reagieren. Für heimische Bio-Höfe ist die Frage besonders relevant, weil Hofnachfolge und Umstellungsbereitschaft direkt auf betrieblicher Ebene entschieden werden.

Forschung zwischen Satellit und Soziologie

Ecorisk kombiniert Geographie, Umweltsystemwissenschaften, Soziologie und Informatik. Ein Projekt erfasst mittels Satellitendaten und maschinellem Lernen unterschiedliche Formen landwirtschaftlicher Nutzung und deren Auswirkungen auf Gewässer und angrenzende Ökosysteme. Weitere Vorhaben analysieren, wie Landwirtinnen und Landwirte ökologische Risiken wahrnehmen, welche Faktoren die Bereitschaft zur Umstellung der Bewirtschaftung fördern oder blockieren und welche Rolle Hofübergaben dabei spielen. Sprecher Prof. Dr. Martin Franz formuliert das Ziel so, dass ein besseres Verständnis von Veränderungen entwickelt und innovative Lösungsansätze erarbeitet werden sollen.

Warum Intensivierung trotz bekannter Risiken weiterläuft

Stellvertretende Sprecherin Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl benennt das Kernproblem: bestehende intensive Produktionsweisen werden häufig trotz bekannter ökologischer Risiken fortgeführt. Das Kolleg will daher untersuchen, wie vorhandenes Wissen in Entscheidungen einfließt, wie Risiken bewertet werden und ob akute Krisen tatsächlich langfristige Veränderungen anstoßen oder lediglich kurzfristige Reaktionen hervorrufen. Geforscht wird nicht nur in Deutschland, sondern auch in Argentinien, Kolumbien und Frankreich – drei Regionen mit sehr unterschiedlichen agrarstrukturellen Voraussetzungen und Wertschöpfungsketten.

Was Bio-Betriebe konkret verfolgen sollten

Parallel zeigt eine neue Veröffentlichung zur regenerativen Landwirtschaft laut EurekAlert, dass kleinbäuerliche Strukturen mit ökologischen Methoden den zusätzlichen globalen Nahrungsbedarf bis 2050 absichern und gleichzeitig Biodiversität sowie Bodengesundheit wiederherstellen können. Für oberösterreichische Bio-Höfe verschiebt sich die Frage damit ins Betriebswirtschaftliche: Wie nehmen eigene Nachfolger, Pächter und Berater Risiken wahr, und an welchen Punkten kippt eine Entscheidung tatsächlich von konventioneller auf ökologische Bewirtschaftung? Ecorisk liefert erste empirische Befunde in den kommenden Jahren. Wer Nachfolge, Umstellung oder größere Investitionen vorbereitet, sollte die Projektergebnisse zur Risikowahrnehmung und zu Hofübergabe-Prozessen im Auge behalten – sie werden in die agrarpolitische Debatte einfließen und tangieren damit auch Förderinstrumente, die Bio-Betriebe direkt betreffen.