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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

Meldung

Wie EU-Agrarforschung die Zukunft oberösterreichischer Bio-Betriebe prägt

15 Projekte aus Horizon 2020 und Horizon Europe 2021–2027 bündelt ein neuer Ergebnisband, den die EU-Kommission über ihren Forschungsdienst CORDIS veröffentlicht hat.

Wie EU-Agrarforschung die Zukunft oberösterreichischer Bio-Betriebe prägt

Im Zentrum stehen sozioökonomische und verhaltenswissenschaftliche Analysen, deren Erkenntnisse in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), die EU-Vision für Landwirtschaft und Ernährung sowie in die Biodiversitäts- und Klimaziele des European Green Deal einfließen sollen. Für Bio-Betriebe in Oberösterreich ist das weniger Direktförderung als vielmehr ein Frühindikator dafür, welche Kennzahlen bei künftigen Förderbedingungen, Kontrollen und Lieferkettenanforderungen tatsächlich zählen werden.

Was die Projekte konkret liefern

Die Vorhaben adressieren laut CORDIS fünf Hebel: Einkommensstützung, Ernährungssicherung, generationelle Erneuerung, grüne Transition und Vitalität ländlicher Räume. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sollen messbar machen, wie sich Politik, Innovation und Betriebsrealität gegenseitig beeinflussen. Die integrierte Modellierungsplattform iMAP des Joint Research Centre bildet das analytische Rückgrat – Wirtschaftsmodelle dieser Art decken Zielkonflikte zwischen Umweltauflagen, Einkommen und Marktstabilität auf und liefern die Grundlage für politische Entscheidungen.

Markt zieht nach: regenerative Braugerste bei Heineken

Wie Agriland berichtet, hat Heineken für den britischen Markt ein Programm für regenerative Braugerste aufgelegt – gemeinsam mit den Mälzern Muntons und Boortmalt, dem Getreidehändler Cefetra und dem auf regenerative Landwirtschaft spezialisierten Beratungsunternehmen Soil Capital. Teilnehmende Erzeuger erhalten eine Prämie auf regenerative Erträge, um das wirtschaftliche Risiko der Umstellung zu senken. Voraussetzungen sind reduzierte Bodenbearbeitung, Zwischenfruchtanbau und vielfältige Fruchtfolgen. Das Unternehmen gibt an, bis 2027 nahezu die Hälfte der eingesetzten Braugerste aus regenerativer Erzeugung beziehen zu wollen. Eine Anfrage von Agriland, ob ein vergleichbares Programm auch für irische Braugerste-Erzeuger geplant sei, blieb bislang unbeantwortet.

Was Bio-Betriebe in Oberösterreich jetzt prüfen sollten

Drei Punkte stehen für heimische Höfe auf der Agenda. Erstens: Die GAP-Ausrichtung nach 2027 wird stärker auf verhaltens- und betriebsökonomische Kennzahlen setzen – Fruchtfolgegestaltung, Humusbilanz und Wertschöpfungsketten-Management rücken als Förderkriterien in den Vordergrund. Zweitens: Lebensmittelindustrie und Handel verlangen zunehmend unabhängig verifizierte Nachhaltigkeitsdaten. Wer Humusaufbau, Bodenbearbeitung und Biodiversitätsmaßnahmen heute schon sauber dokumentiert, verschafft sich einen Vorsprung bei künftigen Liefer- und Vermarktungspartnerschaften. Drittens: Regenerative Praktiken sind kein Marketingbegriff mehr, sondern werden über Erzeugerprämien ökonomisch relevant. Auch ohne Braugerste-Kooperation lässt sich das eigene Betriebskonzept daraufhin abklopfen, ob reduzierte Bodenbearbeitung, Zwischenfrüchte und vielfältige Fruchtfolgen bereits konsequent umgesetzt sind.