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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

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Regionale Bio-Lebensmittel rund um die Uhr: Digitale Konzepte für den Hofverkauf

Nach Angaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) entwickelt das Startup Regioshopper ein Ladenkonzept für regionale Bio-Lebensmittel, die per App rund um die Uhr eingekauft werden können.

Regionale Bio-Lebensmittel rund um die Uhr: Digitale Konzepte für den Hofverkauf

Das Modell verbindet einen digitalisierten Selbstbedienungsmarkt mit regionaler Beschaffung. Für Bio-Höfe ist das relevant, weil dadurch ein zusätzlicher Absatzweg neben klassischen Handelsketten entstehen könnte.

Ein Markt ohne klassische Öffnungszeiten

Das bisher erprobte Konzept läuft in Osnabrück. Kundinnen und Kunden registrieren sich in einer App, betreten den Markt rund um die Uhr und bezahlen digital. Der Schwerpunkt liegt auf Produkten aus einem Umkreis von höchstens 50 Kilometern.

Nach Angaben der DBU fördert sie Regioshopper mit 125.000 Euro. Das Geld soll in die Weiterentwicklung der Logistik-Software fließen. Diese Software koordiniert Abläufe zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Warenanlieferung und Verkauf. Damit liegt der entscheidende Ansatz nicht allein im unbeaufsichtigten Ladenbetrieb, sondern in der Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette.

Für Hofbetriebe verschiebt sich damit die operative Frage. Es geht nicht nur darum, ob ein Produkt regional und ökologisch erzeugt wird. Entscheidend wird auch, ob Mengen, Lieferintervalle, Warenverfügbarkeit und Abrechnung digital verlässlich abgebildet werden können.

Mehr Absatzchancen, aber kein Automatismus

In der Osnabrücker Filiale arbeiten laut DBU mehr als 30 landwirtschaftliche Betriebe aus der Region zusammen. Kundinnen und Kunden können dort aus rund 2.000 Produkten wählen. Das System wird zudem in ersten kleinen Hofläden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben erprobt.

Regioshopper gibt an, den Ladenbetrieb mit ein bis zwei Vollzeitkräften organisieren zu können. Im Vergleich zu einem Betrieb mit höherem Personalbedarf kann das die Fixkosten senken. Gleichzeitig soll der Anteil der landwirtschaftlichen Betriebe am Verkaufserlös größer ausfallen als im klassischen Lebensmitteleinzelhandel. Diese Angaben stammen aus der Darstellung des Startups und sind nicht mit einer unabhängigen Wirtschaftlichkeitsprüfung gleichzusetzen.

Für Betriebe in Oberösterreich wäre vor einer Teilnahme daher eine nüchterne Kalkulation erforderlich. Zu prüfen sind insbesondere:

  • Welche Produkte lassen sich regelmäßig und in gleichbleibender Qualität liefern?
  • Wie hoch sind Verpackungs-, Transport- und Softwarekosten?
  • Wer trägt das Risiko für Verderb, Fehlbestände und nicht verkaufte Ware?
  • Welche Daten entstehen bei digitaler Bestellung und Bezahlung?
  • Wie werden Preise, Abrechnung und Retouren zwischen Hof und Laden geregelt?

Der regionale Radius allein garantiert keine tragfähige Vermarktung. Eine kurze Lieferstrecke reduziert zwar logistische Komplexität. Sie ersetzt aber weder eine belastbare Nachfrageplanung noch klare Vereinbarungen zur Warenannahme und Preisbildung.

Was Hofläden jetzt beobachten sollten

Regioshopper will das Konzept perspektivisch über Vermietung des digitalen Systems, Franchise und Lizenzen auf weitere unabhängige Geschäfte übertragen. Für Bio-Höfe entsteht dadurch potenziell ein standardisierter Zugang zu digitalem Verkauf, ohne dass jeder Betrieb die komplette Technik selbst entwickeln muss.

Die offene Frage ist die Skalierbarkeit. Ein einzelner Selbstbedienungsmarkt kann mit wenigen Lieferanten und einem begrenzten Sortiment funktionieren. Mit wachsender Zahl an Betrieben steigen jedoch die Anforderungen an Frischelogistik, Bestandsführung und Reklamationsmanagement. Auch der Diebstahlschutz wird laut DBU über Registrierung und Kameras organisiert. Das ist ein technischer Baustein, aber kein Ersatz für klare Betriebsprozesse.

Für die Praxis lautet der nächste sinnvolle Schritt daher nicht die sofortige Umstellung des Hofladens. Betriebe sollten zunächst ihre Absatzmengen, Lieferfähigkeit und Marge mit den Anforderungen eines digitalisierten Marktes abgleichen. Die DBU-Förderung macht das Modell beobachtenswert. Ob daraus ein wirtschaftlich belastbarer Vertriebsweg für Bio-Betriebe in Oberösterreich wird, entscheidet sich an der Umsetzung – nicht am Rund-um-die-Uhr-Zugang allein.