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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

Meldung

Starke Bäuerinnen: Strategien für Tourismus und Direktvermarktung in Oberösterreich

Rund 30 Landwirtinnen haben sich laut MeinBezirk.at in St. Wolfgang im Salzkammergut zum Vernetzungstreffen getroffen, einberufen vom Aktivteam der St. Wolfganger Bäuerinnen im Rahmen des Internationalen Jahres der Bäuerinnen.

Starke Bäuerinnen: Strategien für Tourismus und Direktvermarktung in Oberösterreich

Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Rolle der Frauen in der Landwirtschaft und die touristische Tragfähigkeit der Region - zwei Themen mit direkter Relevanz für oberösterreichische Bio-Höfe.

Die Quote, die Orientierung gibt

Josef Kogler, Landwirtschaftskammerrat und Vizebürgermeister, bezifferte das touristische Angebot: Etwa 40 landwirtschaftliche Betriebe in St. Wolfgang stellen rund 390 Gästebetten bereit. Für jeden Hof, der über eine Ferienhausvermietung nachdenkt, ist das der relevante Referenzwert. Seda Röder, zuständig für die Destination St. Wolfgang/Wolfgangsee im neuen Salzkammergut-Tourismusverband, bezeichnete Urlaub am Bauernhof als tragende Säule des regionalen Angebots - gestaltet maßgeblich von den Bäuerinnen. Wer in Oberösterreich eine Event-Location oder Ferienhäuser plant, kann an dieser Quote ablesen, wie viele Betten ein Standort verträgt, ohne den regionalen Markt zu kannibalisieren. Die Botschaft dahinter: Tourismus am Hof ist nicht Nebenprodukt der Landwirtschaft, sondern eigenständiger Betriebszweig mit eigenen Kennzahlen.

Unternehmerin statt Mithilfe

Oberösterreichs Landesbäuerin Johanna Haider skizzierte die Realität: Bäuerinnen führen Hofarbeit, Familie und zunehmend unternehmerische Aufgaben parallel aus - als Gastgeberinnen und Direktvermarkterinnen. Diese Verschiebung hat betriebswirtschaftliche Folgen. Wer Hofladen, Hofcafé oder Event-Location betreibt, braucht kalkulatorische Grundlagen, getrennte Buchführung und klare Zuständigkeiten. Die Direktvermarktung bleibt der rentabelste Absatzweg, weil sie die Wertschöpfung am Hof hält und den Zwischenhandel ausschaltet. Gleichzeitig steigen Haftungs- und Versicherungsfragen, sobald Gäste am Hof sind. Die Rolle der Bäuerin als Mitunternehmerin - nicht als mithelfende Familienangehörige - ist deshalb auch eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Frage, die bei der Hofübergabe oder Betriebsgründung geklärt sein muss.

2026 als Stresstest für Weide und Alm

Offen thematisiert wurde das Trockenjahr 2026 und seine Folgen für Futterbau und Almwirtschaft. Was als saisonales Wetterereignis beginnt, schlägt bei Viehhaltung und Grünland voll durch. Die Teilnehmerinnen betonten die Bedeutung gepflegter und bewirtschafteter Almen für die Region - sowohl ökologisch als auch touristisch. Verwahrloste Almflächen kosten Gäste und Bio-Reputation gleichermaßen. Für Bio-zertifizierte Höfe ist die Alm-Pflege ohnehin Pflichtbestandteil von Fruchtfolge und Bodenregeneration. Praktische Konsequenz: Wer Vieh hält, aber keine eigene Weidefläche besitzt, sollte Kooperationen mit Nachbarhöfen prüfen, bevor die Futterkosten weiter steigen. Parallel dazu verschärft sich der Klimadruck - sichtbar wird das auch an der Debatte bei top agrar zur Zukunft der Höfe unter Klimabedingungen. Wer jetzt investiert, sollte Futterflächen, Wassermanagement und Almpflege als zusammenhängendes System planen, nicht als Einzelpositionen.