Strategien zur Sicherung der Grundfutterversorgung bei Trockenheit
Rund 30 Prozent Ertragsausfall auf tiefgründigen Talböden, 60 bis 80 Prozent auf seichtgründigen Standorten und Südwesthängen — so beziffert BIO AUSTRIA die Folgen der anhaltenden Trockenheit seit dem Frühjahr 2026.

Parallel zur laufenden Grundfutter-Vermittlung haben die Landwirtschaftskammern in Ober- und Niederösterreich den Zukauf nichtbiologischer Ware für Biobetriebe freigegeben; Niederösterreich erlaubt zusätzlich die vorzeitige Nutzung von Biodiversitätsflächen.
Wo das Futter herkommen soll
In der Steiermark und angrenzenden Bundesländern ist laut BIO AUSTRIA ein gewisses Angebot an Bio-Grundfutter vorhanden, die Vermittlung läuft. Nachgefragt sind vor allem Bio-Grassilagen in guter Qualität für die Milchviehfütterung sowie Bio-Heu und Bio-Silomais, lose oder im Ballen. Bio-Ackerbauern sind aufgerufen, Silomais oder Feldfutter — Kleegras, Luzerne, Wechselwiese, Begrünungen — an Rinderbetriebe abzugeben. Körnermais lässt sich häufig ebenfalls als Silomais nutzen und vom Feld oder im Ballen verkaufen. Konkrete Kooperationen bestehen für den Murauer und Neumarkter Raum, die Logistik unterstützt der Verband. Angebote und Anfragen laufen über Ernst Heuberger.
Behördenweg und Auflagen
Greift die Börse nicht mehr, bleibt der formlose Antrag bei der Lebensmittelbehörde — befristet, maximal in Höhe des Ertragsdefizits. Belege über den Zukauf sind aufzubewahren, Fütterungsaufzeichnungen zu führen und Nachweise über den witterungsbedingten Ausfall bei der Biokontrolle vorzulegen. Rund 5 Prozent der Bio-Betriebe haben diesen Weg bisher genutzt; ein Großteil der Lücke wurde direkt zwischen den Betrieben oder über diverse Börsen geschlossen. Viele Höfe haben ihren Tierbestand bereits reduziert. Erkenntnisse der HBLFA Raumberg-Gumpenstein fließen in die Einschätzung mit ein.
Worauf Betriebe jetzt achten
Private Standards wie "Zurück zum Ursprung" oder "Ja!Natürlich" gelten unabhängig von jeder behördlichen Ausnahme — Abnehmer und Vermarktungspartner sind vor jedem Zukauf zu kontaktieren. Für die Vegetation entscheidend sind laut BIO AUSTRIA rund 600 Liter Wasser pro Kilogramm Trockenmasse, täglich 2 bis 3 Liter pro Quadratmeter. Bei Trockenheit stellt das Graswachstum sofort ein, setzt nach Niederschlag aber wieder ein. Entscheidend ist auch die Nutzungsintensität: Je länger ein Aufwuchs Zeit hat, desto tiefer reicht das Wurzelsystem; intensive Vielschnitt- oder Kurzrasenweide-Nutzung lässt die Wurzeln flacher bleiben — ein Faktor, der die Resilienz ganzer Bestände mitbestimmt. Wie viel Zukauffutter tatsächlich nötig wird, hängt daher auch vom Verlauf der Herbstweide ab.