Zeislerhof: Wie Silvia Rößler Landwirtschaft und Gastlichkeit vereint
Im Rahmen der Initiative „Jahr der Bäuerin" rückt der Zeislerhof in Gösselsberg in den Fokus: Silvia Rößler bewirtschaftet dort zusammen mit Mann Arthur einen Milchviehbetrieb mit 40 Tieren, davon 19…

Jahr der Bäuerin: Die Botschafterin der Landwirtschaft vom Zeislerhof
Im Rahmen der Initiative „Jahr der Bäuerin" rückt der Zeislerhof in Gösselsberg in den Fokus: Silvia Rößler bewirtschaftet dort zusammen mit Mann Arthur einen Milchviehbetrieb mit 40 Tieren, davon 19 Milchkühe, und verbindet das mit einer laufenden Urlaub-am-Bauernhof-Vermietung. Für Betriebe, die ebenfalls über Einnahmen außerhalb der Milchproduktion nachdenken, zeigt der Hof ein konkretes Beispiel, wie sich Landwirtschaft und Gastfreundschaft unter einem Dach organisieren lassen.
Milchviehhaltung im Tagesrhythmus
Der Zeislerhof läuft an sieben Tagen in der Woche – Kühe kennen weder Feiertage noch Wochenenden. Rößler kennt alle 40 Tiere beim Namen und beschreibt Ruhe, Geduld sowie einen guten Blick für das einzelne Tier als zentrale Kompetenzen im Melkstand. Sie besucht regelmäßig Fortbildungen zu alternativen Behandlungs- und Therapievarianten und arbeitet mit einer Tierärztin zusammen, die auf dieser Basis praktiziert. Die Botschaft, die sie vermittelt: Nur wenn es den Tieren gut geht, gibt es gute Milch. Das klingt simpel, ist betriebswirtschaftlich aber der entscheidende Hebel – Tiergesundheit senkt Behandlungskosten und sichert die Milchqualität.
Diversifikation als wirtschaftliches Standbein
Neben der Milchviehhaltung betreibt die Familie Forstwirtschaft. Das Holz liefert die Wärme für den Hof und ermöglicht nachhaltige Bewirtschaftung mit kurzen Wegen. Dazu kommt die Ferienhausvermietung: Viele Gäste sind Stammgäste, die laut Rößler die ehrliche Atmosphäre am Bauernhof schätzen. Für Höfe, die ähnliche Wege gehen wollen, ist das ein relevanter Praxiswert – die Kombination aus Milchvieh, Waldwirtschaft und Tourismus verteilt das wirtschaftliche Risiko auf mehrere Standbeine und nutzt vorhandene Ressourcen wie Gebäude, Fläche und regionale Rohstoffe.
Was Betriebe daraus mitnehmen können
Das Profil des Zeislerhofs zeigt ein Muster, das über den Einzelfall hinausgeht: Diversifikation funktioniert nicht als bloßes Add-on, sondern erfordert echtes Know-how in jedem Bereich. Rößler greift selbst zum Werkzeug, sitzt am Traktor bei der Ernte und packt im Stall an – die Arbeitsteilung auf dem Hof ist fließend. Für Betriebe, die über eine Hof-Zertifizierung oder den Einstieg in die Gastfreundschaft nachdenken, ist der Zeislerhof ein Beispiel dafür, dass der Praxistest im Alltag liegt: Sieben-Tage-Woche, Kenntnis jedes einzelnen Tieres, kurze Entscheidungswege innerhalb der Familie. Die Initiative „Jahr der Bäuerin" macht solche Betriebe sichtbar – und liefert damit auch Material für die eigene Standortbestimmung.