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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

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Starke Frauen in der Landwirtschaft: Wie Betriebsführung und Gleichstellung den Hof sichern

Nach Angaben der APA-OTS hat das Centre of Agricultural Sciences der Universität für Bodenkultur Wien seine 16.

Starke Frauen in der Landwirtschaft: Wie Betriebsführung und Gleichstellung den Hof sichern

Herbsttagung zur Stärkung von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Hofnachfolge, eine faire Verteilung von Fördermitteln und innovative Impulse von Betriebsleiterinnen. Für Biohöfe und landwirtschaftliche Ferienbetriebe ist das relevant, weil Eigentum, Entscheidungsbefugnis und betriebliche Entwicklung direkt zusammenhängen.

Gleichstellung wird zur Betriebsfrage

Die Tagung setzt nicht bei Symbolik an, sondern bei den Strukturen eines Hofes. Wer Eigentum hält, über Investitionen entscheidet und Zugang zu Fördermitteln hat, beeinflusst die langfristige Wertschöpfungskette des Betriebs. Diese Fragen sind für die Hofnachfolge ebenso entscheidend wie für die Umstellung auf neue Produktionsverfahren oder zusätzliche Standbeine wie Direktvermarktung, Ferienhausvermietung und Veranstaltungen.

Der angekündigte Schwerpunkt auf Frauen in der Betriebsleitung rückt damit eine nüchterne Frage ins Zentrum: Werden Leistungen und Verantwortung innerhalb eines Hofes tatsächlich dort abgebildet, wo sie anfallen? Die Veranstalter verweisen darauf, dass Frauen Höfe bewirtschaften, Betriebe leiten, Einkommen sichern, Sorgearbeit übernehmen und Innovationen vorantreiben. Gleichzeitig seien ihre Perspektiven in Statistiken, politischen Debatten und Entscheidungsgremien weiterhin unterrepräsentiert.

Für Betriebe ist das kein abstrakter gesellschaftlicher Befund. Fehlende Sichtbarkeit kann die Bewertung von Arbeit, Zuständigkeiten und Entwicklungschancen erschweren. Gerade bei Familienbetrieben müssen daher Eigentumsverhältnisse, Arbeitsaufteilung und Nachfolge frühzeitig getrennt betrachtet werden. Ein informelles „Das regelt sich später“ ist bei Investitionen und Übergaben kein belastbarer Prozess.

Fördermittel und Nachfolge auf den Prüfstand

Die angekündigte Herbsttagung verbindet die Frage der Gleichstellung mit der Verteilung von Fördermitteln. Für Betriebsleiterinnen und Hofgemeinschaften ergibt sich daraus eine konkrete Prüfrichtung: Wer stellt Anträge? Wer wird als verantwortliche Person geführt? Wer entscheidet über Investitionen? Und welche Arbeit bleibt in der betrieblichen Dokumentation unsichtbar?

Auch die Hofnachfolge wird ausdrücklich thematisiert. Das ist besonders für Betriebe relevant, die ihre Wirtschaftsweise erweitern oder neue Angebote aufbauen. Eine Übergabe betrifft nicht nur Flächen und Gebäude. Sie ordnet Zuständigkeiten, Kapitalentscheidungen und die strategische Ausrichtung des Hofes neu. Für Ferienhöfe und Event-Locations kommt hinzu, dass landwirtschaftliche Produktion, Gästebetrieb und Care-Arbeit parallel organisiert werden müssen.

Die Veranstaltung liefert nach den vorliegenden Angaben keine einzelne Lösung und kündigt auch keine neue Förderregel an. Ihr Wert liegt zunächst in der Verbindung mehrerer Themen: Eigentum, soziale Absicherung, Fördermittel, Innovation und Sorgearbeit werden nicht getrennt voneinander betrachtet. Genau diese Verbindung entscheidet in der Praxis darüber, ob ein Betrieb tragfähig weiterentwickelt werden kann.

Was Höfe jetzt dokumentieren sollten

Betriebe können die Debatte pragmatisch nutzen und ihre eigenen Abläufe prüfen. Sinnvoll ist eine klare Übersicht über vier Punkte:

  • Zuständigkeiten in Produktion, Verwaltung, Vermietung und Veranstaltungen
  • Eigentums- und Entscheidungsverhältnisse bei Flächen, Gebäuden und Investitionen
  • Beteiligung an Förderanträgen und betrieblichen Entwicklungsentscheidungen
  • Umfang und Organisation der Sorgearbeit im Familien- oder Betriebssystem

Diese Bestandsaufnahme ersetzt keine Beratung. Sie schafft aber eine belastbare Grundlage für Gespräche über Nachfolge und Investitionen. Wer den Hof als wirtschaftliche Einheit betrachtet, muss auch jene Tätigkeiten erfassen, die nicht unmittelbar über Umsatz oder Hektarertrag sichtbar werden.

Die BOKU-Ankündigung macht damit einen Punkt deutlich: Eine gleichberechtigte Zukunft der Landwirtschaft entscheidet sich nicht allein an der Zahl von Frauen auf Höfen. Maßgeblich sind Zugänge zu Eigentum, Fördermitteln, Verantwortung und betrieblicher Entwicklung. Für die Praxis zählt, ob diese Zugänge im einzelnen Betrieb nachvollziehbar geregelt sind.