Agroökologie und sanfter Tourismus: Impulse für den Bio-Hof der Zukunft
Eingeladen hatten das EU CAP Network und das spanische Netzwerk Red PAC gemeinsam mit ADER La Palma unter dem Titel „Agroecology and Sustainable Tourism: Women Sowing the Future".

Am 9. September 2026 trafen sich auf der kanarischen Finca Nogales auf La Palma Bäuerinnen, Beraterinnen und Tourismusprofis aus mehreren europäischen Ländern. Eingeladen hatten das EU CAP Network und das spanische Netzwerk Red PAC gemeinsam mit ADER La Palma unter dem Titel „Agroecology and Sustainable Tourism: Women Sowing the Future". Im Mittelpunkt standen Höfe, die ökologischen Landbau mit Urlaub am Bauernhof, Bildungsangeboten und Direktvermarktung verknüpfen. Klingt nach Kanaren-Flair, betrifft aber genau die Fragen, mit denen wir auch auf unseren oberösterreichischen Bio-Höfen jeden Tag jonglieren.
Was die Konferenz konkret gezeigt hat
Die vorgestellten Initiativen waren keine Hochglanz-Konzepte aus der Marketing-Schublade, sondern bodenständige Mischungen aus Hofführungen, Kinderworkshops, Hofläden und Übernachtungsangeboten, die echtes Landleben ermöglichen. Genau das, was Familien aus der Stadt bei uns suchen, wenn sie endlich mal Matschhosen anziehen, beim Füttern helfen oder den WLAN-Druck hinter sich lassen wollen. Das Programm war bewusst praxisnah aufgebaut: Präsentationen, eine Podiumsdiskussion, Networking und ein Hofrundgang, bei dem die Teilnehmenden die Ideen direkt vor Ort begutachten konnten.
Eingebettet in den GAP-Strategieplan – und bei uns angekommen
Die Tagung fand im Rahmen des spanischen GAP-Strategieplans statt, der die sozioökonomische Entwicklung ländlicher Räume fördert – mit Innovation, Unternehmertum, sozialer Einbindung und der aktiven Rolle von Frauen in Landwirtschaft und ländlicher Wirtschaft. Auch dort geht es also um nichts anderes als bei uns: Wie bleibt ein Hof resilient, wenn ein Standbein allein nicht mehr trägt? Die Antwort der vorgestellten Projekte: Diversifizierung – also mehrere Einkommensquellen so kombinieren, dass sie ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Wer als Familie mit drei Kindern anreist, braucht vor allem eines: Platz, klare Sicherheitsregeln am Hof und ehrliche Antworten auf die Frage, was ein Tag hier wirklich bringt.
Frauen am Steuer – und was sich mitnehmen lässt
Die Tagung fiel bewusst in das Internationale Jahr der Landwirtin 2026, das die Vereinten Nationen ausgerufen haben. Auf den vorgestellten Betrieben führen Frauen nicht nur die Hoftore auf, sondern oft die gesamte Geschäftsidee – Buchung, Vermarktung, Produktentwicklung, Bildung. Wer in Österreich einen Hof übernimmt, neu gründet oder ein zweites Standbein aufbaut, weiß, wie viel Handwerk und Ausdauer in dieser oft unsichtbaren Arbeit steckt. Drei Punkte, die sich vom Kanarischen auf unsere Voralpen übertragen lassen: Bildung und Begegnung funktionieren auf beinahe jedem Hof, vom Hofrundgang bis zum Brotbacken. Frauengeführte Höfe setzen oft besonders klare, gut kommunizierte Konzepte um – ein Blick auf ihre Strategien lohnt sich auch bei uns. Und am Ende zählt, was zum Hof, zum Tal und zur Familie passt, nicht was gerade auf internationalen Konferenzen Trend ist.