Historische Dürre in Niederösterreich: Landwirtschaft kämpft mit massiven Ernteausfällen
Extreme Trockenheit in Niederösterreich: Ernteausfälle bis 50 Prozent, Futtermangel und 50.000 Euro Zusatzkosten pro Betrieb…

Die anhaltende Dürre in Niederösterreich erreicht ein historisches Ausmaß. Wie Regionews.at berichtet, musste etwa der Milchviehbetrieb Buchner in Traisen, Bezirk Lilienfeld, bereits beim ersten Grünschnitt Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent hinnehmen. Seit Juni kam kein weiterer Schnitt mehr rein. Die Winterfutterreserven werden jetzt schon verfüttert — für Zukäufe und den Zukauf von Maisflächen entstehen dem Betrieb Zusatzkosten von 40.000 bis 50.000 Euro. Landwirtschaftsminister Totschnig und Niederösterreichs LH-Stellvertreter Pernkopf fordern ein Entlastungspaket für die bäuerlichen Familienbetriebe.
Was sofort an Unterstützung kommt
Erste Maßnahmen sind bereits in Kraft: Erleichterungen beim Agrarumweltprogramm ÖPUL und der Ausgleichszulage für Betriebe in Berggebieten und benachteiligten Gebieten. Auf der Agenda stehen zudem begünstigte Betriebsmittelkredite und die Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge — letztere explizit von LH-Stellvertreter Pernkopf eingefordert. Das bewährte System der Risikoversicherung bildet die erste Säule, reicht für schwer betroffene Betriebe aber allein nicht aus.
Verbände warnen: Jetzt sparen wäre fatal
Ein Bündnis aus Bauern- und Umweltverbänden — darunter BIO AUSTRIA, GLOBAL 2000, BirdLife Österreich und ÖBV-Via Campesina Austria — warnt laut Ökonews davor, bei Agrarumweltmaßnahmen und Klimaschutz zu kürzen. BIO AUSTRIA-Obfrau Riegler stellt klar: „Dieser Sommer wird keine Ausnahme bleiben." Investitionen in intakte Böden, Feuchtgebiete und naturnahe Strukturen seien keine Luxusausgaben, sondern Grundlage für Wasserspeicherung, Erosionsschutz und langfristige Ernährungssicherheit. Die Verbände sehen eine klare Rechnung: Vorsorge kostet weniger als Ernteausfälle, Bodenschäden und Extremwetterfolgen.
Was Oberösterreichs Betriebe mitnehmen sollten
Für Bio-Höfe in Oberösterreich — auch wenn die Dürre dort derzeit weniger dramatisch ausfällt als im Osten — ist das ein dringender Weckruf. Futtervorräte jetzt prüfen, Risikoversicherung bewerten, Wassermanagement auf den eigenen Flächen durchdenken. Wer auf die nächste GAP ab 2028 schaut, sollte die agrarökologische Ausrichtung seines Betriebs jetzt strategisch mitdenken. Kurzfristige Nothilfen lösen kein strukturelles Problem — widerstandsfähige Fruchtfolge und standortgerechte Bewirtschaftung schon.