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Auszeit auf Österreichs besten Bio-Höfen.

Meldung

Ringstedtenhof als Vorbild: So gelingt die Verbindung von Bio-Landwirtschaft und Event-Konzept

Am Sonntag, dem 13. September 2026, öffnet der Ringstedtenhof in Lübeck-St. Jürgen von 11 bis 16 Uhr seine Tore zum Landwege-Erlebnistag.

Ringstedtenhof als Vorbild: So gelingt die Verbindung von Bio-Landwirtschaft und Event-Konzept

Wie HL-live.de berichtet, stehen ökologische Landwirtschaft, Bildung für nachhaltige Entwicklung und gemeinschaftliches Engagement im Mittelpunkt. Für österreichische Bio-Betriebe ist das kein Anlass zur Schwärmerei – sondern ein nüchterner Vergleichsmaßstab dafür, wie Direktvermarktung und Erlebnispädagogik auf einem Hof zusammen funktionieren können.

Was der Erlebnistag tatsächlich leistet

Der Ringstedtenhof an der Vorrader Straße 81 ist kein klassischer Ferienhof, sondern ein Stadtteilbauernhof mit Bildungsauftrag. Die Veranstaltung bündelt drei Elemente, die für jeden Hof mit Event-Charakter unmittelbar relevant sind: ökologische Erzeugung als sichtbare Praxis, Bildungsformate, die Familien binden, und ein kompaktes Zeitfenster von fünf Stunden – kurz genug, um die Kernkompetenz nicht zu verwässern, lang genug für ein durchdachtes Tagesprogramm. Die Frage, die sich jeder Bio-Betrieb in Oberösterreich stellen sollte: Welche dieser drei Funktionen erfüllt der eigene Hof bereits – und welche fehlt?

Was sich auf den heimischen Hof übertragen lässt

Fünf Stunden Programm, ein Standort, ein klares Thema – mehr braucht es nicht, um aus einem landwirtschaftlichen Betrieb einen öffentlichen Lernort zu machen. Wer auf Ringstedtenhof-Niveau mitziehen will, muss drei Voraussetzungen prüfen: Ist die Wertschöpfungskette so aufgebaut, dass Besucher den Kreislauf vom Boden bis zum Produkt tatsächlich sehen können? Gibt es ein pädagogisches Konzept, das über klassische Hofführungen hinausgeht und Altersgruppen differenziert anspricht? Und ist der personelle Aufwand für fünf Stunden Erlebnistag im Verhältnis zum Ertrag kalkulierbar – inklusive Vorbereitung, Beschilderung und Nachbereitung? Ohne diese drei Antworten bleibt jede Hofveranstaltung ein Marketingtermin, kein nachhaltiges Standbein.

Worauf die Branche jetzt achten sollte

Die Terminwahl – Sonntagvormittag bis Nachmittag – ist kein Zufall. Sie trifft Familien, die am Wochenende Zeit haben, und schließt berufstätige Landwirtinnen und Landwirte als Besucher weitgehend aus. Das senkt die Gefahr, dass eigene Stammkunden mit dem Hofprogramm kollidieren. Gleichzeitig ist es ein Hinweis für Betriebe in Oberösterreich: Wer ein vergleichbares Format plant, muss den Wochenendkonflikt mit Ferienhausgästen und Event-Buchungen von Anfang an mitdenken. Sonst wird der Erlebnistag zur Konkurrenzveranstaltung im eigenen Kalender – und das wäre betriebswirtschaftlich das schlechteste Argument für Nachhaltigkeit.